Poinsettiensaison 2022
Der Preis ist heiß
Kommt in Praktikerkreisen das Thema Poinsettien zur Sprache, so steht die Preisgestaltung 2022 im Mittelpunkt. Inwieweit werden die Preise am Markt die exponentiell gestiegenen Kosten sowohl beim Produzenten als auch beim Zwischen- und Einzelhandel decken?
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Wer die Mehrkosten einpreisen will, muss für eine Verkaufsware im 13-cm-Topf eine Preisanpassung von mindestens 30 bis 35 Prozent gegen- über den Vorcoronazeiten vornehmen, um seine bereits sowieso knapp bemessene Rendite einigermaßen zu sichern.
Während sich die Kostenseite noch einigermaßen kalkulieren lässt, wird es in Anbetracht der volatilen Gesamtlage auf der Konsumseite außerordentlich schwierig, Prognosen abzugeben. Wird der Weihnachtsstern vom Konsumenten in gewohnter Weise nachgefragt werden, wenn sich die Verkaufspreise um gut 30 Prozent erhöhen? Eine Antwort darauf ist zum jetzigen Zeitpunkt rein hypothetisch. Es kann sein, dass infolge des Ausstiegs einiger Produzenten aus der Poinsettienproduktion das Angebot am Markt sogar knapp wird und die Sterne selbst zu höheren Preisen gut laufen. Aber auch ein Szenario mit grottenschlechter Konsumstimmung ist nicht auszuschließen, was selbst den Absatz zu unveränderten Preisen ins Straucheln bringen würde.
Aktuell versucht die Praxis, Energiekosten durch eine Vorverlegung der Kulturzeit und eine Temperaturabsenkung zum Kulturende hin, einzusparen. Hierbei ist eine Abstimmung mit der produktionstechnischen Fachberatung hilfreich. Ansätze zur Energieeinsparung ohne Qualitätsverluste bietet auch das sogenannte „Weihenstephaner Modell“, entwickelt am Institut für Gartenbau der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (siehe auch DEGA GARTENBAU 8/2022 und folgende Ausgaben).
Etwas entspannter sind die Verhältnisse dort, wo sich regenerative Energiequellen nutzen lassen.
Höhere Verkaufspreise erlauben zwar eine Mengenreduzierung bei definiertem Rohertrag. Die Mengenreduzierung darf aber bestimmte Schwellen nicht unterschreiten. Dies ist freilich kein Geheimnis, sondern ein Rechenexempel zur Feststellung des Break-Even-Points. Nicht zuletzt setzt hier die hohe Schule des Verkaufens ein. Im Endeffekt geht es darum, den Konsum der Sterne durch nachfragesteigernde Maßnahmen zu fördern, indem Händler in einen „Jetzt-erst-recht-Modus“ umschalten.
Zur Verkaufssaison der Sterne sind Menschen besonders empfänglich für emotionale Akzente. Urlaub und Reisen sind in dieser Zeit nicht angesagt. Vielmehr machen sie ihr Zuhause heimelig. Da darf eigentlich ein schöner Weihnachtsstern, selbst wenn der Fachgeschäftskunde ein oder zwei Euro mehr dafür investieren muss, nicht fehlen. „Man gönnt sich ja sonst nichts.“
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