
Studie untersucht Abbau kompostierbarer Kunststofffragmente im Boden
Ein deutsch-österreichisches Forschungsprojekt analysiert den biologischen Abbau von Fragmenten kompostierbarer Kunststofffolien unter realen Bodenbedingungen. Ziel ist es, belastbare Daten zum Verhalten dieser Materialien in der Umwelt zu gewinnen.
von Initiative natürliche Kreislaufwirtschaft erschienen am 25.04.2026Ein neues Forschungsprojekt widmet sich der Frage, wie sich Fragmente zertifiziert kompostierbarer Kunststofffolien im Boden unter realistischen Bedingungen weiter abbauen. Das deutsch-österreichische Vorhaben untersucht den biologischen Abbau entlang der Prozesskette von der Kompostierung bis zur Einbringung in landwirtschaftliche Böden.
Hintergrund ist der zunehmende Einsatz kompostierbarer Kunststoffe, etwa in Bioabfall-Sammelbeuteln oder leichten Tragetaschen. Diese Materialien müssen in industriellen Kompostieranlagen definierte Anforderungen erfüllen, darunter die Zersetzung innerhalb weniger Wochen in kleine Fragmente. Unklar ist bislang, wie sich mögliche Restpartikel, die über den Kompost in den Boden gelangen, dort weiter verhalten.
Das Projekt setzt genau an diesem Punkt an. In Kompostierungs- und Vergärungsanlagen in Deutschland und Österreich werden zertifiziert kompostierbare Folien in realen Behandlungsprozessen eingesetzt. Die daraus entstehenden Komposte, die potenziell Folienfragmente enthalten, werden anschließend auf Böden ausgebracht. Über einen Zeitraum von bis zu 24 Monaten werden regelmäßig Proben entnommen, um den weiteren biologischen Abbau sowie die Verstoffwechselung durch Bodenmikroorganismen zu analysieren.
Beteiligt sind wissenschaftliche Einrichtungen, darunter die Universität Wien, die Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) und die ETH Zürich, sowie Akteure aus Materialentwicklung und Abfallwirtschaft. Das Projekt wird vom österreichischen bündnis mikroplastikfrei und der deutschen Initiative natürliche Kreislaufwirtschaft (INAK) getragen und von einem interdisziplinären Beirat begleitet.
Ziel ist es, wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse über Abbaugeschwindigkeit und Umweltverhalten der Materialien zu gewinnen. Die Ergebnisse sollen eine Grundlage für die Bewertung kompostierbarer Kunststoffe liefern und in zukünftige regulatorische sowie praktische Entscheidungen einfließen.
Das Projekt versteht sich als Beitrag zur Diskussion um den Einsatz biologisch abbaubarer Materialien im Sinne einer Kreislaufwirtschaft und zur Reduktion von Mikroplastikeinträgen in die Umwelt.












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