
Ministerpräsident des Landes Rheinland-Pfalz in Mutterstadt
Im Rahmen von „Pfalzmarkt im Dialog“ besuchte Ministerpräsident Alexander Schweitzer am 13. Februar 2026 die Pfalzmarkt für Obst und Gemüse eG in Mutterstadt. Bei einem Rundgang über einen der modernsten und größten Umschlagplätze für erntefrisches Obst und Gemüse aus heimischem Anbau informierte er sich umfassend über die Leistungsfähigkeit der Genossenschaft und ihrer 90 angeschlossenen Erzeugerbetriebe.
von Pfalzmarkt erschienen am 16.02.2026Die Pfalzmarkt eG treibt den Ausbau nachhaltiger Infrastruktur konsequent voran. Zwischen 2023 und 2025 investierte die Genossenschaft rund 30 Mio. Euro in zukunftsorientierte Maßnahmen. Dazu zählen eine 15.000 Quadratmeter große Aufdach-Photovoltaikanlage am Standort Mutterstadt – eine der größten der erweiterten Region – zur Versorgung der 30.000 Quadratmeter umfassenden, durchgängig gekühlten Halle 4, Stromspeicherlösungen sowie die Umstellung auf E-Mobilität bei Lager- und Flurförderfahrzeugen. Zudem unterstützt Pfalzmarkt seine Erzeugerbetriebe bei der Implementierung von KI-, Robotik- und Smart-Farming-Anwendungen, etwa für intelligente Bewässerungssysteme.

Parallel verschärft sich die wirtschaftliche Lage vieler Mitgliedsbetriebe. Unzureichende Erzeugerpreise bei gleichzeitig steigenden Produktionskosten führten im Anbaujahr 2025 zu unbefriedigenden Ergebnissen. Zusätzlichen Kostendruck erzeugt die Anhebung des Mindestlohns zum 1. Januar 2026 auf 13,90 Euro. Für arbeitsintensive Gemüsebaubetriebe entstehen dadurch Mehrbelastungen im fünf- bis sechsstelligen Bereich. Als mögliche Folgen werden eine Verlagerung hin zu weniger arbeitsintensiven Kulturen sowie Betriebsaufgaben genannt.
Im Austausch mit Ministerpräsident Alexander Schweitzer forderten Vertreter der Erzeuger konkrete Entlastungsmaßnahmen. Reinhard Oerther, Vorstand der Pfalzmarkt eG, verwies auf eine angespannte Stimmung innerhalb der Branche und plädierte für eine stärkere Förderung des Wachstumsclusters „Gemüsegarten Pfalz“.
Schweitzer betonte die Bedeutung der Pfalz als größtes deutsches Gemüseanbaugebiet und verwies auf Maßnahmen der Landesregierung: Bürokratieabbau auf Bundes- und EU-Ebene, Investitionsförderung in digitale und nachhaltige Technologien, Bereitstellung landwirtschaftlich relevanter Geodaten über die GeoBox-Infrastruktur, Hofübernahmeprämien zur Förderung des Berufsnachwuchses sowie Forschungskooperationen, unter anderem mit dem Fraunhofer-Institut in Kaiserslautern.
Die Pfalzmarkt eG bündelt als Vermarktungs- und Qualitätsgemeinschaft die Produktion von derzeit 90 aktiven Erzeugern. Täglich verlassen bis zu 250 Lkw mit rund 8.000 Paletten Obst und Gemüse das Handelszentrum in Mutterstadt. Die ultraschnelle Frischelogistik ermöglicht bundesweite Lieferungen wenige Stunden nach der Ernte. In der Saison 2025 umfasst die Anbaufläche im „Gemüsegarten Pfalz“ rund 18.000 Hektar. Zertifizierungen nach QS, GlobalGAP und IFS sichern Qualität und Rückverfolgbarkeit der insgesamt rund 140 Saisonartikel.











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