
Gemüsebau soll frühzeitig in Reformüberlegungen einbezogen werden
Der Zentralverband Gartenbau (ZVG) unterstützt Überlegungen zur Reform des Düngerechts, mahnt jedoch eine stärkere Berücksichtigung des spezialisierten Gemüsebaus an. Insbesondere pauschale Regelungen werden kritisch gesehen.
von ZVG erschienen am 25.03.2026Der Zentralverband Gartenbau (ZVG) begrüßt die geplante Einrichtung einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Weiterentwicklung des Düngerechts. Ziel sei es unter anderem zu prüfen, ob künftig auf die pauschale Ausweisung nitratbelasteter („roter“) Gebiete verzichtet werden könne. Der Ansatz, stärker von flächendeckenden Gebietsausweisungen abzurücken, wird vom Verband als Schritt hin zu mehr Praxisnähe bewertet.
Gleichzeitig fordert der ZVG, die besonderen Anforderungen des spezialisierten Gemüsebaus frühzeitig in die Neugestaltung einzubeziehen. Der Sektor sei durch eine große Kulturvielfalt und spezifische Anbausysteme geprägt, die sich nur bedingt in standardisierte Regelwerke einfügen ließen. Ohne entsprechende Berücksichtigung bestehe die Gefahr, dass Produktionsstandorte ins Ausland verlagert werden könnten, was sowohl ökologische als auch wirtschaftliche Nachteile nach sich ziehen würde.
Nach Einschätzung des Verbands haben sich bestehende Instrumente wie die Düngebedarfsermittlung in der Praxis bewährt. Für zahlreiche Kulturen lägen wissenschaftlich fundierte Daten zum Nährstoffbedarf vor, unter anderem aus der Forschung des Leibniz-Instituts für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ). Auf dieser Grundlage könnten differenzierte und fachlich belastbare Regelungen entwickelt werden.
Die Agrarministerkonferenz (AMK) hat zuletzt beschlossen, bis zur Düngesaison 2027 eine Neukonzeption zu erarbeiten. Die Ergebnisse der Bund-Länder-Arbeitsgruppe sollen unter Einbindung der Verbände entstehen und anschließend mit der EU-Kommission abgestimmt werden.











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