
„Versuche im deutschen Gartenbau 2025 – Zierpflanzenbau“
Mit dem Jahresband „Versuche im deutschen Gartenbau – Jahrgang 2025: Zierpflanzenbau. Ergebnisse – Analysen – Empfehlungen“ liegt eine umfassende Zusammenstellung aktueller Versuchsergebnisse aus dem deutschen Gartenbau vor.
von hortigate erschienen am 03.03.2026Herausgegeben wird das Werk vom Verband der Landwirtschaftskammern e. V., Berlin. Die Publikation bündelt die Arbeiten zahlreicher Versuchsanstalten und Fachinstitute und dokumentiert den aktuellen Stand praxisnaher Forschung für den Produktionsgartenbau.
Auf rund 300 Seiten werden Ergebnisse aus dem gesamten Spektrum des Zierpflanzenbaus vorgestellt – systematisch gegliedert und mit klaren Handlungsempfehlungen für die Praxis unterlegt. Das Inhaltsverzeichnis verdeutlicht die thematische Breite: von Alternativen zu Kunststofftöpfen über torfreduzierte und torffreie Substrate, Düngestrategien und Bewässerungsmanagement bis hin zu Kulturverfahren bei Beet- und Balkonpflanzen, Calluna, Cyclamen, Hydrangea, Pelargonien, Stauden und Schnittblumen.
Schwerpunktthemen 2025
Ein deutlicher Fokus liegt auf Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz. Mehrere Beiträge widmen sich der Prüfung alternativer und mitpflanzbarer Töpfe. So wurden unter anderem 15 verschiedene Recycling- und Biotöpfe in der Calluna-Kultur hinsichtlich Pflanzenqualität, Wurzelentwicklung und Strukturstabilität untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass die oberirdische Pflanzenmasse vielfach vergleichbar ist, sich jedoch deutliche Unterschiede im Abbauverhalten und in der mechanischen Stabilität ergeben. Damit werden differenzierte Aussagen zur Eignung für Langzeitkulturen im Freiland möglich.
Ergänzend dazu analysieren weitere Versuche das Abbauverhalten biologisch abbaubarer Töpfe sowohl in der Anzuchtphase als auch über eine komplette Gartensaison hinweg. Bewertet wurden unter anderem Stabilität, Schimmel- und Algenbewuchs, Durchwurzelung sowie Zersetzungsgrad nach Auspflanzung. Diese systematische Betrachtung liefert Betrieben belastbare Entscheidungsgrundlagen für die Umstellung auf alternative Kultursysteme.
Ein zweiter Schwerpunkt ist die Torfreduktion. Zahlreiche Beiträge untersuchen die Kulturführung in torffreien oder torfreduzierten Substraten, beispielsweise bei Calibrachoa, Calluna, Cyclamen, Poinsettien, Hydrangea und Pelargonien. Neben Wachstumsparametern werden Düngestrategien – etwa ammoniumbetonte oder stickstoffbetonte Vorratsdüngungen – sowie die Auswirkungen auf Wurzelentwicklung und Pflanzenqualität bewertet. Damit trägt der Band den politischen und marktwirtschaftlichen Anforderungen an eine deutliche Reduktion des Torfeinsatzes Rechnung.
Auch das Thema Wassermanagement wird differenziert aufgegriffen. Untersuchungen zur Haltbarkeit von Poinsettien bei unterschiedlichen Bewässerungsmengen, zur Zusatzbewässerung im Freiland-Schnittblumenanbau sowie zur Wasserspeicherung in torffreien Substraten zeigen, wie stark Kulturqualität und Ertrag vom Bewässerungsregime abhängen. Die Versuche verbinden ökologische Zielsetzungen mit produktionstechnischer Optimierung.
Kulturverfahren, Sorten- und Systemvergleiche
Neben substrat- und topfbezogenen Fragestellungen werden zahlreiche kulturtechnische Versuche dokumentiert. Dazu zählen Prüfungen von Wachstumsregulatoren, Hemmstoffen und ökologischen Betriebsmitteln ebenso wie Untersuchungen zur energieeffizienten Kulturführung im Gewächshaus – etwa bei Schnittrosen oder Hydrangea .
Im Bereich Beet- und Balkonpflanzen sowie im Segment „Essbares“ werden Sorten hinsichtlich Ertrag, Wuchs, Geschmack und Standorteignung geprüft. Beispiele sind Versuche zur Eignung von Snack-Paprika- und Tomatensorten für Terrasse und Balkon unter unterschiedlichen Kulturbedingungen. Damit adressiert der Band auch den wachsenden Markt urbaner Produktions- und Vermarktungskonzepte.
Langzeituntersuchungen – etwa zur Zersetzung mitpflanzbarer Töpfe über mehrere Jahre im Freiland – ergänzen die kurzfristigen Anzucht- und Saisonversuche. Solche mehrjährigen Ansätze ermöglichen Aussagen zur tatsächlichen Nachhaltigkeitswirkung im Endverbraucherbereich.
Methodische Qualität und Praxisnähe
Die Beiträge folgen einem einheitlichen Aufbau: „Ergebnisse – kurzgefasst“, detaillierte Versuchsbeschreibung, Auswertung, Kulturhinweise und kritische Anmerkungen. Die statistische Absicherung der Ergebnisse (u. a. Varianzanalysen, multiple Tests) wird transparent dargestellt. Tabellen, Bonituren und Bilddokumentationen unterstützen die Einordnung der Resultate.
Zugleich bleibt der Praxisbezug zentral: Neben pflanzenbaulichen Kennzahlen werden Handling, Vermarktbarkeit, Stabilität und Wirtschaftlichkeit bewertet. Damit richtet sich der Band explizit an Produktionsbetriebe, Beratung, Versuchsanstalten und Aus- und Weiterbildung.











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