Geben Sie einen Suchbegriff ein
oder nutzen Sie einen Webcode aus dem Magazin.

Geben Sie einen Begriff oder Webcode ein und klicken Sie auf Suchen.
Deutsches Gartenbaumuseum Erfurt

Ausstellung „Chernobyl Herbarium“

Zum 40. Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl zeigt das Deutsche Gartenbaumuseum eine Ausstellung der französischen Künstlerin Anaïs Tondeur. Im Zentrum steht eine langfristige künstlerisch-wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Radioaktivität, Erinnerung und ökologischen Fragestellungen.

von Gartenbaumuseum erschienen am 25.04.2026
Helianthus annuus, Chernobyl Herbarium Rayogram, Anaïs Tondeur, 2025. © Anaïs Tondeur
Artikel teilen:

Anlässlich des 40. Jahrestages der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl präsentiert das Deutsche Gartenbaumuseum in Erfurt die Ausstellung „Chernobyl Herbarium“ der Künstlerin Anaïs Tondeur. Die Schau ist vom 26. April bis 21. Juni 2026 zu sehen und entsteht im Kontext des Jubiläums „65 Jahre egapark und Deutsches Gartenbaumuseum“.

Im Mittelpunkt steht eine seit 2011 fortlaufende Werkserie, die sich mit den langfristigen Auswirkungen radioaktiver Kontamination auf Pflanzen und Umwelt auseinandersetzt.

Grundlage der Arbeiten sind Pflanzen aus der Sperrzone von Tschernobyl, die Tondeur in Zusammenarbeit mit Biogenetikerinnen und Biogenetikern erhält. Aus ihnen entstehen sogenannte Rayogramme – fotografische Kontaktabzüge, bei denen Pflanzen direkt auf lichtempfindliche Materialien gelegt werden. Die Serie wächst kontinuierlich und umfasst inzwischen mehrere Jahrzehnte sowie unterschiedliche historische Kontexte. Sie reflektiert nicht nur die Folgen der Nuklearkatastrophe, sondern bezieht auch globale Krisen wie Pandemie und Krieg in ihre Bildproduktion ein.

Tondeurs künstlerische Praxis bewegt sich an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft und ökologischem Denken. Ihre Arbeiten untersuchen insbesondere die „kritische Zone“ – jene fragile Schicht der Erdoberfläche, in der Leben möglich ist. Dabei verfolgt sie einen ortsbezogenen Ansatz und entwickelt ihre Projekte in Landschaften, die durch menschliche Eingriffe verändert wurden.

Begleitend zur Ausstellung bietet das Museum Führungen sowie Workshops an, in denen Besucherinnen und Besucher experimentelle fotografische Verfahren kennenlernen und sich mit den Themen Natur, Materialität und Erinnerung auseinandersetzen können.

Linum_usitatissimum, Chernobyl Herbarium,Rayogram, Anaïs Tondeur, 2011.
Linum_usitatissimum, Chernobyl Herbarium,Rayogram, Anaïs Tondeur, 2011. © Anaïs Tondeur
0 Kommentare
Was denken Sie? Artikel kommentieren

Zu diesem Artikel liegen noch keine Kommentare vor.
Schreiben Sie den ersten Kommentar.

Artikel kommentieren
Was denken Sie? Artikel kommentieren