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Nordrhein-Westfalen

Jonas Gehr überzeugt mit Spitzenleistung

Mit der Abschlussnote 1,14 wurde Jonas Gehr aus Straelen als bester Auszubildender im Gartenbau in Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet. Sein Werdegang zeigt exemplarisch, welche Perspektiven die Branche engagierten Nachwuchskräften bietet.

von Agrobusiness Niederrhein erschienen am 10.04.2026
Von rechts: André Ripkens und Jonas Gehr von Topfpflanzen Ripkens mit Marcus Trappe von Agrobusiness Niederrhein. © Agrobusiness Niederrhein
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Jonas Gehr hat seine Ausbildung im Gartenbau – Fachrichtung Zierpflanzenbau – mit der herausragenden Note 1,14 abgeschlossen und wurde dafür von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen als landesbester Auszubildender ausgezeichnet. Der junge Gärtner absolvierte seine Ausbildung im Betrieb Topfpflanzen Ripkens in Straelen, einem familiengeführten Unternehmen mit Schwerpunkt auf Beet- und Balkonpflanzen.

Dass er einmal im Gartenbau tätig sein würde, war ursprünglich nicht geplant. „Der eigentliche Plan war etwas in Richtung technischer Zeichner“, berichtet Gehr. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie führten jedoch zu einer Neuorientierung. Erste praktische Erfahrungen sammelte er in der Gärtnerei seines Onkels – ein Schritt, der sich als richtungsweisend erwies. Die familiäre Prägung spielte dabei ebenfalls eine Rolle: Mehrere Verwandte sind in der Branche tätig.

Während der Ausbildung überzeugte Gehr insbesondere die Möglichkeit, eigenständig zu arbeiten und betriebliche Abläufe aktiv mitzugestalten. „Wenn man eine gute Idee hat, kann man sie einbringen – auch als Auszubildender“, beschreibt er seine Erfahrungen. Dieses Mitdenken und die Einbindung in Entscheidungsprozesse hätten wesentlich zu seiner Motivation beigetragen.

Ausbildungsbetrieb unterstützte maßgeblich

Seinen Ausbildungserfolg führt Gehr auf kontinuierliches Lernen und Eigeninitiative zurück. Regelmäßige Vorbereitung, das frühzeitige Klären von Fragen sowie die Kombination aus Theorie und Praxis bildeten für ihn die Grundlage für das sehr gute Prüfungsergebnis. Gleichzeitig hebt er die Unterstützung durch den Ausbildungsbetrieb hervor.

Topfpflanzen Ripkens bietet mit rund 18.000 m² Glasfläche und 55.000 m² Freilandanbau ein professionelles Umfeld mit modernen Produktionsstrukturen. Kultiviert werden etwa 30 Sorten an Beet- und Balkonpflanzen sowie weitere Kulturen wie Sedum und Alpenveilchen. Der Betrieb setzt auf technische Lösungen wie Mobiltischsysteme, die effiziente Arbeitsabläufe und ergonomische Bedingungen ermöglichen.

Gerade dieser Einsatz moderner Technik prägt für Gehr das Bild des heutigen Gartenbaus. Automatisierte Prozesse, Transportsysteme und digitale Steuerung gehören zum Arbeitsalltag. Das traditionelle Bild des Berufs habe sich grundlegend gewandelt. Aus seiner Sicht wird die Bedeutung von Technik und Automatisierung künftig weiter zunehmen.

Für junge Menschen, die sich beruflich orientieren, empfiehlt Gehr praktische Einblicke in den Arbeitsalltag. Praktika oder Ferienjobs seien geeignet, um ein realistisches Bild des Berufs zu erhalten. Besonders hebt er die unmittelbaren Arbeitsergebnisse hervor: „Man sieht jeden Tag, was man geschafft hat – und man sieht etwas wachsen.“

Verbundausbildung war hilfreich

Ein weiterer Bestandteil seiner Ausbildung war die Teilnahme an der Verbundausbildung ARIBA. Dabei arbeiten mehrere spezialisierte Betriebe zusammen, um Auszubildenden unterschiedliche Produktionssysteme, Kulturen und Arbeitsweisen zu vermitteln. Neben Topfpflanzen Ripkens waren auch die Betriebe A-Flora Opschroef und Gartenbau Boeckstegers beteiligt. Dieses Modell ermöglicht eine breitere Qualifizierung innerhalb der regulären Ausbildungszeit.

Für die Zukunft hat Gehr bereits konkrete Pläne: Nach einigen Jahren Berufspraxis strebt er die Weiterbildung zum Gärtnermeister an. Damit reagiert er auch auf den steigenden Bedarf an qualifizierten Fachkräften in der Branche.

Aus Sicht des Ausbildungsbetriebs bietet der Gartenbau vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten. Neben der Produktion eröffnen sich Perspektiven im Handel, in der Beratung, im Vertrieb oder in Verbänden. Das Beispiel von Jonas Gehr verdeutlicht, dass der Gartenbau engagierten Nachwuchskräften ein breites Spektrum an Karrierewegen bietet – von der praktischen Arbeit bis hin zu spezialisierten Fach- und Führungspositionen.

Ehrung als Prüfungsbester bei der Landwirtschaftskammer NRW in Bad Sassendorf: Kammerpräsident Karl Werring (rechts) und Kammerdirektor Dr. Arne Dahlhoff überreichen Jonas Gehr die Urkunde.
Ehrung als Prüfungsbester bei der Landwirtschaftskammer NRW in Bad Sassendorf: Kammerpräsident Karl Werring (rechts) und Kammerdirektor Dr. Arne Dahlhoff überreichen Jonas Gehr die Urkunde. © Saskia Schmitz, Landwirtschaftskammer NRW
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