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Fachtagung Gartenbau Mittelfranken und Oberpfalz

Sortimente modernisieren – Wertschöpfung steigern

Die Abteilung Gartenbau am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Fürth-Uffenheim lud am 26. Februar 2026 alle Gartenbau-Unternehmer aus Mittelfranken und der Oberpfalz zur Fachtagung Gartenbau in den Landgasthof Seerose in Langenzenn ein.

von Gundula Holm, Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Fürth-Uffenheim erschienen am 04.04.2026
Von links: Uta Hübner, AELF Fürth-Uffenheim mit den Referenten der Fachtagung Gartenbau Roland Maierhöfer, FdF Bayern, Gerd Twilling, ehemals ekaflor, Lena Müller, AELF Fürth-Uffenheim, Anna Gramsch, Gärtnerei Gramsch, Sophie Altmann, Gärtnerei Altmann, Annette Berger, Bayerisches Umweltministerium, Beate Biecker-Royackers, LWG Veitshöchheim und Dr. Herbert Siedler, AELF Fürth-Uffenheim. © AELF Fürth-Uffenheim
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Unter dem Motto „Sortimente modernisieren – Wertschöpfung steigern“ befasste sich die Tagung mit aktuellen Themen aus dem Zierpflanzenbau, der Floristik und dem Staudensortiment.

Dr. Herbert Siedler, Behördenleiter des AELF Fürth-Uffenheim, wies darauf hin, wie wichtig der Austausch und das Netzwerken unter den Betrieben seien, um den Herausforderungen des Marktes gewachsen zu sein.

Dass die Stimmung in der Branche aktuell eher gespalten sei, lasse sich an den Zahlen des durch das AELF Augsburg erhobenen Konjunkturbarometers der bayerischen Gartenbaubetriebe ablesen, so Uta Hübner, Leiterin der Abteilung Gartenbau. Ein Viertel der Betriebe gab an, im Jahr 2025 weniger erfolgreich als im Vorjahr gewesen zu sein. Immerhin 20 % der Betriebe gaben an, das Jahr 2025 erfolgreicher als im Vorjahr abgeschlossen zu haben.

Bernhard Nill, Vorsitzender des Erzeugerrings für Blumen und Zierpflanzen Mittelfranken, sprach von einem zurückliegenden schwierigen Jahr für die Branche und wünschte den Teilnehmern viel Erfolg für die kommende Saison.

Marktveränderungen im Grünen Handel

Über die Marktveränderungen im Grünen Handel referierten zwei Kenner der Branche: Roland Maierhofer, Vorsitzender des FdF Bayern, und Gerd Twilling, ehemaliger Geschäftsführer der ekaflor GmbH & Co. KG, zeigten Entwicklungen auf, auf die sich die Betriebsinhaber jetzt und in Zukunft einstellen müssen. Die Branche stehe vor großen Veränderungen, die durch Digitalisierung und Künstliche Intelligenz (KI) vorangetrieben würden. Die zunehmende Digitalisierung des Einkaufs biete Vorteile für größere Betriebe, führe aber dazu, dass der Druck auf kleinere Betriebe zunehme, so Twilling. Die Unternehmensgröße sei damit oft entscheidend für die Wirtschaftlichkeit.

Alte Erfolgsrezepte funktionieren nur noch eingeschränkt. Der Markt heute sei zwar stabil im Wert, aber schwächer in der Menge. Bei sinkenden Stückzahlen, deutlich wahrnehmbarer Kaufzurückhaltung der Kunden und weiter steigenden Kosten (Personal, Energie, Logistik) seien Umsatzrückgänge bei Blumen und Pflanzen von rund 2 % zu verzeichnen gewesen.

Jeder dritte Kunde kaufe nur das „Nötigste“. Konsum stehe unter Rechtfertigungsdruck und Spontankäufe nehmen weiterhin ab, so Maierhöfer. Der Marktzugang für jüngere Kunden spiele sich im Internet ab: Über die Hälfte informiere sich über Social Media. Eine Trennung zwischen online und offline existiere kaum noch.

„Eine digitalisierte Warenwirtschaft zur Optimierung des Ein- und Verkaufs ist ein wichtiger Baustein für den Unternehmenserfolg“ Gerd Twilling

Als wichtigste Sofortmaßnahmen für kleinere und mittlere Unternehmen empfahl Twilling die Sicherstellung der Wirtschaftlichkeit durch monatliches Controlling und Benchmarking, die Optimierung organisatorischer Betriebsabläufe sowie eine Überprüfung der Unternehmensstrategie. Auch sei eine digitalisierte Warenwirtschaft zur Optimierung des Ein- und Verkaufs ein wichtiger Baustein für den Unternehmenserfolg.

Das Fazit der Referenten lautete: „Nicht der Markt ist das Problem, sondern alte Antworten auf neue Fragen. Zukunft haben die Betriebe, die planen, investieren, erklären und sichtbar sind.“

24/7 Shop: Zukunftsfähig in der Grünen Branche

Zukunftsfähigkeit im Betrieb geht mit Modernisierung oft Hand in Hand. Anna Gramsch, B.A., Meisterfloristin und Gründerin „Blume der Stadt“, ist seit 2019 im elterlichen Betrieb tätig. Sie stellte das 24/7 Blumenverkaufskonzept „Blume der Stadt“ vor und zeigte auf, wie sich dieses Konzept auf andere Betriebe übertragen lässt bzw. welche anderen Konzepte es noch gibt.

Der 24/7-Verkauf eigne sich hervorragend, um Spontaneinkäufe außerhalb der Ladenöffnungszeiten zu ermöglichen. Der Zeitdruck der Kunden steige stetig und damit habe sich auch das Kaufverhalten verändert. Letzteres habe sich schneller verändert als die Geschäftsmodelle in der grünen Branche. Deshalb sei es an der Zeit, den Kunden entsprechende Einkaufsmöglichkeiten zu bieten. Der 24/7-Shop sei folglich keine Modeerscheinung, sondern resultiere vielmehr aus wirtschaftlichem Druck, so Gramsch. Gestiegene Personalkosten und fehlende Fachkräfte seien für viele Betriebe außerdem Gründe, sich für ein Selbstbedienungskonzept zu entscheiden.

In ihrem Vortrag ging die Referentin auf die unterschiedlichen Geschäftsmodelle ein: Ob „stand-alone“, „hybrid“, Gärtnerei-Integration oder ein Automat passe, ist häufig vom geeigneten Standort abhängig. Der 24-7-Shop direkt bei der Gärtnerei beispielsweise, setzt ein gut gehendes Stammgeschäft und eine verkehrstechnisch günstige Lage voraus. Da es dort bereits organisierte Abläufe gibt, ist eine Integration des 24/7-Verkaufs meist mit einem begrenzten Budget möglich.

Bei allen Modellen sollte man die Wirtschaftlichkeit nicht aus den Augen verlieren: Zu berücksichtigen seien die notwendigen Investitionen (je nach Geschäftsmodell), die Fixkosten, die Kosten für Wartung und Technik, der Wareneinsatz sowie Kosten für Marketing und Werbung. Anna Gramsch betonte ausdrücklich, dass der 24/7-Verkauf ohne saubere Kalkulation kein Zusatzgeschäft ist, sondern schnell ein Verlustgeschäft werden kann. Dabei seien Sortiment und Warenmanagement ausschlaggebend für die Wirtschaftlichkeit. Für Gramsch ist klar: Im 24/7-Shop gewinnt nicht das schönste Sortiment, sondern dasjenige, das am besten gesteuert werden könne!

Instagram & Co. im Gartenbau

Mit Content-Ideen, Storytelling und der praktischen Umsetzung im Social Media Tool Instagram setzte sich Lena Müller von der Abteilung Gartenbau des AELF Fürth-Uffenheim auseinander.

Laut ARD/ZDF-Medienstudie 2025 nutzen 96 % der Deutschen über 14 Jahren täglich das Internet. Und: Pro Kopf nutzt die Bevölkerung täglich etwas über sechseinhalb Stunden Medien. Das macht das Internet zu einem essenziellen Marketing-Tool. Die wichtigsten Informationsquellen sind die Suchmaschinen Google und Bing, Google Maps und die Website.

„Wer online nicht gefunden wird, existiert für Kunden nicht“ Lena Müller

„Wer online nicht gefunden wird, existiert für Kunden nicht“, so Müller. Für jedes Unternehmen bedeute dies, die Einträge in Google Maps über das Google-My-Business-Konto stets aktuell zu halten. Dort lassen sich auch Öffnungszeiten und aktuelle Veranstaltungen eintragen.

Eingehende Bewertungen dürfen nicht vernachlässigt werden, denn: 91 % der Verbraucher lesen Kundenbewertungen, 75 % orientieren sich vor dem Einkauf an den Bewertungen anderer Kunden. Community Management spielt daher eine wichtige Rolle – nicht nur in Google Maps, sondern auch bei den Kommentaren unter den Posts in den sozialen Netzwerken.

Müller gab einen Überblick über die Social-Media Plattformen im Gartenbau und erklärte, dass sich dort nicht nur ein Teil, sondern ein Querschnitt der Gesellschaft aufhält, wenn man die Altersstruktur betrachtet. Auf Platz 1–3 stehen Instagram, Facebook und TikTok. Aufgrund der Bedeutung für Unternehmen stellt Müller eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für einen attraktiven, professionellen Instagram-Account vor. Beispielhaft zeigte sie die verschiedenen Formate, wie Bild-Posts, Carousel-Posts, Reels und Storys. Das Wichtigste ist jedoch immer der Content – der Inhalt steht an erster Stelle.

Instagram lebt von Emotionen und Unterhaltung und wird schnell konsumiert. Es braucht daher immer einen Aufhänger im Reel. Eingebauter Text im Bild sorgt dafür, dass die wichtigste Information direkt wahrgenommen wird.

Bei der Zusammenstellung der Inhalte sei es wichtig, die 80/20-Regel zu beachten: 80 % Information und Unterhaltung, 20 % Werbung. Inhalte können etwa Produkte, das Team, Events, Tipps, Blicke hinter die Kulissen oder Gewinnspiele sein, mit denen sich Follower besonders einfach gewinnen lassen. Damit man gut organisiert ist, sollte unbedingt ein Contentplan erstellt werden. Außerdem hilft ein Mini-Corporate Design für Social Media, um sich professionell darzustellen. Zusammenfassend resümierte Müller: Seien Sie digital präsent! Benennen Sie eine/n Social-Media-Beauftragte/n. Vernetzen Sie sich mit Kooperationspartnern. Und bleiben Sie authentisch – eine Prise Selbstironie schafft Sympathie und Nähe!

Welche Kulturform lohnt sich bei Sommerstauden?

„Sommerstauden: Energiesparend überwintern oder schnelle Kultur im Frühjahr?“ Mit dieser Frage setzte sich Beatrix Bieker-Royackers von der LWG Veitshöchheim auseinander. Der Absatz an Beet- und Balkonpflanzen stagniert in den letzten Jahren – mengenmäßig ist in den meisten Betrieben sogar ein leichter Rückgang der Zahlen zu verzeichnen.

Langlebige und mehrjährige Pflanzen werden von den Kunden zunehmend nachgefragt. Deshalb stellt sich die Frage, welche Sommerstauden in den Sortimenten zukünftig Einzug halten können. Sommerstauden sind meist ökologisch wertvoll und bieten häufig Insektennahrung (nicht nur für Bienen). Viele von den Jungpflanzenproduzenten angebaute Sorten können unsere Winter überstehen und erfreuen dadurch länger als B&B-Pflanzen.

Sommerstauden können im Winter mit niedrigen Temperaturen kultiviert werden. Daher ging Bieker-Royackers der Fragestellung nach, ob es sinnvoll ist, die Gewächshäuser im Winter mit Staudenproduktion zu belegen. Die Alternativen sind eine schnelle Kultur im Frühjahr oder eine Überwinterung im Freiland. Was brachte nun die beste Pflanzenqualität und war gleichzeitig energieeffizient?

Im Versuch wurden vier Varianten untersucht:

  • 1. Winterkultur ab KW 33, Topfen in T 10 und Überwinterung frostfrei im GWH
  • 2. Winterkultur ab KW 33, Topfen in T 17 und Überwinterung frostfrei im GWH
  • 3. Winterkultur ab KW 33, Topfen in T 17 und Überwinterung im Freiland
  • 4. Frühjahrs-Kurzkultur ab KW 12, Topfen in T 13, Kultur im GWH

Die Endbonitur der Varianten 1–3 erfolgte in KW 22, die Endbonitur der Variante 4 in KW 25. Untersucht wurden insgesamt 53 Sorten aus dem Sommerstaudensortiment.

Beatrix Bieker-Royackers stellte die empfehlenswerten Sorten für die vier Varianten vor:

  1. Empfehlenswert für alle Varianten sind folgende „Multitalente“: Heuchera ‘Timeless Treasure’, Campanula portenschlagiana ‘Catharina’, Dianthus ‘Aztec Star’, Veronica „Veronique“–Serie. Nepeta ‘Purrsian Blue’ konnte in Freiland- und Gewächshausüberwinterung überzeugen, aber nicht in der Kurzkultur.
  2. Empfehlenswert für Überwinterung im Freiland: Astrantia major ‘Florence’, Knautia ‘Thunder and Lightning’, Scabiosa columbaria ‘Butterfly Blue’.
  3. Empfehlenswert für Überwinterung im Freiland und die Kurzkultur im Frühjahr: Achillea „Firefly“-Serie, Echinacea ‘Lakota Red’, Delphinium „Magic Fountains“-Serie.
  4. Empfehlung für Frühjahrskultur: Nepeta ‘Neptune’, Buddleia „Butterfly Candy“-Serie, Agastache „Sunny Sparks“-Serie, Kniphofia „Popsicle“-Serie, Gaillardia ‘Arizona Sun’, Monarda ‘Electric Neon Pink’.

Zusammenfassend stellte die Referentin fest, dass bei Überwinterung im Gewächshaus trotz nur frostfreier Überwinterung deutlich mehr Energie verbraucht wird als bei den anderen Varianten. Außerdem gibt es einen hohen Aufwand für Pflanzenschutzmaßnahmen.

Da die Lichtverhältnisse ungünstiger sind als im Freiland, reagieren einige Arten mit sehr mastigem Wuchs (Delphinium, Achillea, Verbena bonariensis). Zudem gab es im Versuchsjahr starke Frostschäden bei einigen Arten nach dem Ausräumen ins Freiland Ende März (Gaillardia, Agastache, Oenothera). Die Überwinterung im Gewächshaus lohnt sich deshalb nur bei Sorten, die zeitig in guter Wuchsqualität Verkaufsreife erzielen, wie Heuchera, Campanula, Dianthus, Nepeta ‘Purrsian Blue’ und der Veronica „Veronique“-Serie.

Die Überwinterung im Freiland gelang mit geringem Energieeinsatz, besseren Lichtverhältnissen und kam ohne Pflanzenschutzmaßnahmen aus. Ein Nachteil der Kultur im Freiland ist, dass es hohe Ausfälle bei frostempfindlichen Arten geben kann. Diese Variante lohnt sich bei Sorten, die gut frosthart sind und nicht zu spät in guter Wuchsqualität Verkaufsreife erzielen, wie Heuchera, Campanula, Scabiosa, Nepeta ‘Purrsian Blue’, Knautia, Delphinium, Echinacea, Achillea, Calamintha oder Astrantia.

Die Kurzkultur im Frühjahr punktete mit einer deutlich kürzeren Kulturdauer (6–12 Wochen) und einem deutlich geringeren Energieeinsatz als im Winter. Die Pflanzen sind aber meist weniger kompakt. Diese Variante lohnt sich deshalb bei Sorten, die nach kurzer Zeit Verkaufsreife mit attraktiver Blüte erzielen. Bei vielen Züchtungen der Jungpflanzenfirmen funktioniert das, weil die neuen Sorten oft schon im 1. Jahr blühen. Beispiele hierfür sind: Veronica „Veronique“-Serie, Agastache, Oenothera (syn. Gaura), Gaillardia, Buddleja „Butterfly Candy“-Serie und Kniphofia.

Von links: Uta Hübner, AELF Fürth-Uffenheim mit den Blühpakt-Partnern Tessa Ehrhardt, Stauden Ehrhardt, Sophie Altmann, Gärtnerei Altmann, Annette Berger, Bayerisches Umweltministerium und Rut Alker, Bayerischer Gärtnereiverband.
Von links: Uta Hübner, AELF Fürth-Uffenheim mit den Blühpakt-Partnern Tessa Ehrhardt, Stauden Ehrhardt, Sophie Altmann, Gärtnerei Altmann, Annette Berger, Bayerisches Umweltministerium und Rut Alker, Bayerischer Gärtnereiverband. © AELF Fürth-Uffenheim

Heimische Wildstauden als Sortimentserweiterung

Der Blühpakt Bayern ist eine Initiative des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz zur Förderung der Insektenvielfalt. Ziel des Projekts ist es, neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen, insbesondere Insekten, zu schaffen. Außerdem sollen Wissen und Verständnis für ökologische Zusammenhänge vermittelt werden.

„In Deutschland gibt es 33.300 Insektenarten, das entspricht etwa 70 % aller Tierarten – 46 % davon gelten als bestandsgefährdet, extrem selten oder bereits ausgestorben“, gab Annette Berger, Projektbearbeiterin am Umweltministerium, zu bedenken. In ihrem Vortrag erläuterte sie, warum wir die Insekten so dringend brauchen und dass die Bezeichnung „bienenfreundlich/insektenfreundlich“ oft zu kurz gegriffen ist. Meist wäre der Begriff nur auf die Blütenbesucher bezogen. Eine insektenfreundliche Pflanze biete aber viel mehr als Pollen und Nektar: Insekten fänden dort Überwinterungsstrukturen, Nistplätze, Nestbaumaterial und bieten den Raupen Futter.

„Mit heimischen Wildstauden lassen sich Tiere pflanzen“ Annette Berger

Heimische Wildstauden würden alle diese Anforderungen erfüllen. Sie sind robust, an das jeweilige Klima angepasst und bieten Lebensraum für Insekten, Vögel und andere Tiere. Dabei wird es im Garten nicht langweilig, denn die Gesamtoptik verändert sich im Lauf der Jahreszeiten. Mit den heimischen Wildstauden lassen sich „Tiere pflanzen“, so Berger.

Mittlerweile gibt es 7 Blühpakt-Allianzen in Bayern und insgesamt 382 Blühpakt-Partner. Die Blühpakt-Allianz mit dem Bayerischen Gärtnerei-Verband stellte Rut Alker vor. Diese hat sich zum Ziel gesetzt, durch die Produktion der heimischen Wildpflanzen in den bayerischen Gärtnereien das Angebot am Markt zu erhöhen und damit auch die Nachfrage bei Bürgern, Kommunen und Landschaftsgärtnern zu steigern.

Das gemeinsame Projekt „Heimat.pflanzen - für Insekten“ läuft über einen Zeitraum von drei Jahren (September 2024 bis September 2027) mit insgesamt 19 Pilotgärtnereien in ganz Bayern. Dabei stehen auch die Öffentlichkeitsarbeit und die Wissensvermittlung in Aus- und Fortbildung im Fokus.

Annette Berger und Rut Alker stellten die Öffentlichkeitsarbeit und das Marketingpaket der Blühpakt-Allianz vor. Für die Betriebe gibt es zahlreiche Werbemittel (Plakate, Preisauszeichner, Etiketten und mehr), die im Verkauf aufgehängt werden können.

Staudenvermehrung in den arbeitsärmeren Zeiten

Über die Pflanzenverwendung mit den heimischen Wildstauden referierte Tessa Ehrhardt von Stauden Ehrhardt in Weisendorf (Pilotgärtnerei). Die Staudengärtnerei produziert Stauden seit 1985 und hält ein Sortiment von 2.200 Arten und Sorten vor, darunter auch 200 verschiedene heimische Wildstauden.

Mit dem Slogan „Be(e) Wild“ macht die Gärtnerei auf das Sortiment aufmerksam. Sie stellte einige Kombinationen vor, wie „Mein buntes Sumpfbeet“ oder „Mein bunter Balkonkasten“, die im Rahmen des Marketingkonzepts des Projekts zusammengestellt wurden.

Über die Erfahrungen mit Wildstauden im Zierpflanzenbetrieb berichtete Sophie Altmann von der Gärtnerei Altmann in Hilpoltstein. Der Betrieb zählt ebenfalls zu den Pilotgärtnereien in Bayern und beschäftigt sich bereits seit 2022 mit dem Thema „heimische Wildstauden“. Aus den anfänglich 30 produzierten Arten sind mittlerweile 120 Arten geworden. Die Gärtnerei produziert von der Aussaat bis zum verkaufsfertigen Produkt torffrei und ohne den Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln.

Die Staudenvermehrung findet in den arbeitsärmeren Zeiten im Sommer und im Winter statt. Die Pflanzen werden direkt in der Gärtnerei oder über den Onlineshop verkauft. Durch die Neuerungen im Sortiment hat die Gärtnerei neue Kunden gewonnen und freut sich auch über das Interesse der Stammkunden an dem Thema.

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