
Schwaches Ergebnis bei stabiler Bilanz
Die Raiffeisen Waren-Zentrale Rhein-Main AG (RWZ) hat für 2025 ein deutlich schwächeres Ergebnis vorgelegt. Gleichzeitig sieht das Unternehmen seine Bilanz gestärkt und zentrale Geschäftsbereiche weiterhin als tragfähig an.
von RWZ erschienen am 25.03.2026Die Raiffeisen Waren-Zentrale Rhein-Main AG (RWZ) bewertet das Geschäftsjahr 2025 als nicht zufriedenstellend. Der Konzernumsatz lag preis- und mengenbedingt bei rund 2,6 Mrd. Euro und damit deutlich unter dem Vorjahresniveau. Das operative Ergebnis (EBIT) belief sich auf 10,6 Mio. Euro und blieb damit klar unter den eigenen Erwartungen. Der Gewinn vor Steuern (EBT) konnte mit 1,2 Mio. Euro zwar positiv gehalten werden, bewegte sich jedoch auf niedrigem Niveau. Gleichzeitig verbesserte sich die Eigenkapitalquote durch weiteren Schuldenabbau auf 22 Prozent.
Vorstandsvorsitzender Christoph Kempkes spricht von einem „Dämpfer“ und räumt ein, das Vertrauen in eine kontinuierliche Ergebnissteigerung habe gelitten. Zugleich betont er, zentrale Grundlagen für eine positive Entwicklung seien weiterhin gegeben: Ein Großteil der Geschäftssegmente arbeite profitabel, Problembereiche seien identifiziert und würden adressiert, die Liquidität sei stabil und die Bilanz solide.
Positiv entwickelten sich insbesondere das Großhandelsgeschäft mit Betriebsmitteln, die Weuthen-Gruppe im Kartoffelbereich, Hauptsaaten, AgriTrading sowie die Agrartechnik in Deutschland. Auch konzernweit reduzierte Gemeinkosten wirkten stabilisierend. Diese Effekte hätten jedoch nicht ausgereicht, um schwächere Ergebnisse im Einzelkundengeschäft mit Landwirten und insbesondere Winzern zu kompensieren.
Die Ursachen für die Ergebnisentwicklung sieht der Vorstand nicht ausschließlich im Marktumfeld. Ein Teil der Probleme sei „hausgemacht“ und betreffe unter anderem Vertriebsstruktur, Kostenorganisation und interne Abläufe, die angepasst werden müssten.
Finanzvorstand Michael Göthner kündigt einen mehrjährigen Prozess zur Effizienzsteigerung an. Ziel sei es, das Zusammenspiel zentraler und regionaler Strukturen zu optimieren und stärker auf den Vertrieb auszurichten, um langfristig mehr Stabilität und Wertschöpfung zu erreichen.
Für das laufende Jahr 2026 zeigt sich die RWZ zurückhaltend und plant mit einer „schwarzen Null“. Gleichzeitig geht der Vorstand davon aus, dass sich das Unternehmen aus der aktuellen Phase heraus stabilisieren könne.
Strategisch setzt die RWZ zudem auf Kooperationen: Die Zusammenarbeit mit der Raiffeisen Waren GmbH Kassel im Bereich Agrartechnik soll zum 1. Mai 2026 umgesetzt werden. Geplant ist ein Gemeinschaftsunternehmen für die Aktivitäten in Deutschland, Frankreich, Dänemark und Polen.











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