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Innovativ und nachhaltig

Rosen kultiviert in den Niederlanden

Schon vor mehr als 30 Jahren haben niederländische Gärtner angefangen, die Produktion von Jungpflanzen und Schnittblumen in klimatisch wärmere Regionen zu verlagern. Dennoch gibt es auch in den Niederlanden beste Beispiele für innovative und umweltorientiert produzierende Gärtnereien von Schnittblumen und Zierpflanzen.

von PFFH erschienen am 08.04.2026
Marc Eijsackers: „Unser Ziel ist es, der Rosenerzeuger mit dem geringsten Impact aus niederländischem Anbau nah an den Absatzmärkten zu sein.“ © PFFH
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Die Blumenindustrie ist ein tragender Pfeiler der niederländischen Wirtschaft und ein ikonisches Aushängeschild des Landes in der ganzen Welt. Im Jahr 2025 erwirtschaftete die Branche ein Marktvolumen von rund fünf Milliarden US-Dollar und zeigt eine stabile Entwicklung.

Die Niederlande fungieren als zentrales Handelsdrehkreuz für Gartenbauerzeugnisse: Herzstück ist die Versteigerung Royal FloraHolland in Aalsmeer, Europas wichtigster Marktplatz, über den täglich Millionen Schnittblumen, aber auch Topfpflanzen, ihren Weg zu Großhändlern, den Lebensmitteleinzelhandel sowie den Fachhandel und Floristen in ganz Europa finden.

Das Erfolgsrezept der Niederlande: langjährige Erfahrung, hohe Spezialisierung, intensive Automatisierung, Innovationsfreude, aber vor allem Menschen, die mit hohem Qualitätsanspruch und viel Expertise daran arbeiten, beste Gartenbauprodukte zu schaffen und langfristige Ziele zu verfolgen. Ständige Verbesserung ist hier Teil der Unternehmenskultur – zum Beispiel in der Rosengärtnerei PortaNova in Waddinxveen.

„Die besten Rosen mit dem geringsten Impact“

Auf insgesamt 15 Hektar Gewächshausfläche wird ausschließlich eine Rosensorte ‘RedNaomi’ produziert – großblütige Schnittrosen in Premiumqualität. Woche für Woche werden hier 1,1 Millionen Rosenstiele geschnitten und über Royal FloraHolland in den Fachhandel nach ganz Europa verkauft. Marc Eijsackers ist Marketingchef und führt oft und gern Besuchergruppen durch die sehr eindrucksvolle Gärtnerei. Produktion, Ernte, Sortierung und Versandvorbereitung sind höchst professionell organisiert. „Wir wollen nicht der größte Rosenerzeuger sein“, sagt Eijsackers mit Stolz auf das Unternehmen, „aber der mit dem geringsten Impact aus niederländischem Anbau nah an den Absatzmärkten“. PortaNova legt großen Wert auf die Qualität seiner ‘RedNaomi’-Rosen, aber auch auf eine nachhaltige, umweltschonende und sozial verantwortungsvolle Geschäftspraxis.

Wasser, Pflanzenschutz, Licht

Das Gießwasser wird von den eigenen Gebäuden und von den Dächern mehrerer benachbarter Betriebe in Zisternen gesammelt und in eigenen Filteranlagen mit Dünensand gereinigt. Statt Pflanzenschutzmitteln wird UV-C-Licht gegen Pilzkrankheiten eingesetzt – nachts laufen spezielle, vollautomatisch betriebene Roboter durch die Reihen und sorgen für Mehltaufreiheit, gegen tierische Schädlinge (Thripse etc.) werden Nützlinge eingesetzt.

Die Rosen werden zusätzlich zum Tageslicht mit LED belichtet, die Temperatur in den Gewächshäusern wird über Wärmepumpen ganzjährig konstant gehalten. „Rosen sind ‚Gewohnheitstiere‘, sie haben am liebsten ständig die gleichen Bedingungen,“ weiß Eijsackers zu berichten. Die Pflanzen stehen auf einem Steinwollsubstrat und werden über das Gießwasser mit einer saisonangepassten Nährlösung versorgt. Der zentrale Versorgungsraum heißt „Restaurant“ und dort steht tatsächlich ein Aufsteller mit dem „Daily Menue“ der Nährstoffe, die für ein optimales Wachstum sorgen.

Transparenz und viel Kommunikation ist Teil der Strategie des Betriebes: große Infotafeln erläutern die Arbeitsschritte für Mitarbeiter und Besucher – kein Zufall, Marc Eijsackers führt regelmäßig interessierte Floristen, Blumengroßhändler, wissenschaftliche Partner und nicht zuletzt auch Politiker durch das Unternehmen. „Wir haben viele Jahre Erfahrung und erzeugen gesunde Schnittrosen – und das mit fast neutralem Fußabdruck im eigenen Land.“ Auf der Internationalen Pflanzenmesse (IPM) stellte PortaNova aktuell ‘Red Naomi Futura’ vor. Laut der neuen europäischen Berechnungsmethode hat diese Rose den geringsten CO2-Fußabdruck aller auf dem europäischen Markt erhältlichen Rosen – erzeugt mit 100 Prozent Windenergie.

Qualität und Innovation

Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Branche reicht weit über die Gewächshäuser hinaus: Rund 360.000 Vollzeitbeschäftigte arbeiten im Zierpflanzenbau und in den nachgelagerten Bereichen wie Handel, Transport, Verpackung und digitalem Vertrieb in den Niederlanden.

Aufgrund ihrer exponierten Rolle ist die Blumenbranche auch ein Innovationstreiber: Moderne Anbaumethoden, ständige Sortimentsverbesserungen und eine hoch entwickelte Lieferkettenlogistik sorgen dafür, dass Qualität, Vielfalt und Verfügbarkeit ständig besser werden. Neue Technologien, etwa im Bereich Energieeffizienz und Klimasteuerung in Gewächshäusern, helfen den Betrieben, trotz steigender Kosten wettbewerbsfähig zu bleiben. Weiterhin setzen immer mehr Betriebe auf umweltfreundliche Anbauverfahren, den Einsatz erneuerbarer Energien sowie Wasser- und Ressourceneffizienz, um ihren ökologischen Fußabdruck zu reduzieren.

Woche für Woche werden bei PortaNova 1,1 Millionen Rosenstiele geschnitten, sortiert und verpackt, die dann über Royal FloraHolland in den Fachhandel nach ganz Europa verkauft werden.
Woche für Woche werden bei PortaNova 1,1 Millionen Rosenstiele geschnitten, sortiert und verpackt, die dann über Royal FloraHolland in den Fachhandel nach ganz Europa verkauft werden. © PFFH
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