
Blumen im Plattenbau
Es war ein Tag, auf den Leinefelde-Worbis lange hingearbeitet hatte: voller Musik, Begegnungen, Applaus und spürbarer Erleichterung. Am 25. April 2026 ist die Landesgartenschau Leinefelde-Worbis im Beisein zahlreicher Gäste aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Region feierlich eröffnet worden.
von LGS Leinefelde-Worbis erschienen am 01.05.2026Schon auf den Parkplätzen wurde deutlich, wie weit die Landesgartenschau ausstrahlt. Kennzeichen aus Hamburg, München, Jena, Frankfurt und vielen weiteren Regionen zeigten: Leinefelde-Worbis steht in diesen Monaten weit über das Eichsfeld hinaus im Blickpunkt. Bis zum 11. Oktober verwandelt sich die Stadt unter dem Motto „Aussöhnung zwischen Stadt und Landschaft“ in eine große Bühne für Gartenkunst, Naturerlebnis, Kultur, Bildung und Begegnung.
Durch das Eröffnungsprogramm führte Fernsehmoderator Peter Escher. Auf der Bühne richteten Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt, Schirmherr der Landesgartenschau, Stadtbürgermeister Christian Zwingmann, Landrätin Marion Frant und Karsten Hain, Vorstand der Landesarbeitsgemeinschaft Gartenbau und Landespflege Hessen und Thüringen, persönliche Worte an die Gäste. Unter den Ehrengästen waren Landtagspräsident Dr. Thadäus König, Bildungsminister Christian Tischner, Digitalminister Steffen Schütz, Wirtschaftsministerin Colette Boos-John, Bundestagsabgeordneter David Gregosz sowie Landtagsabgeordnete Christina Tasch.

„Der große Tag ist da“
Stadtbürgermeister Christian Zwingmann erinnerte daran, wie lang der Weg bis zu diesem Tag war. Was 2016 als Idee begann und damals von manchen noch mit Skepsis betrachtet wurde, ist nun Realität. Er spannte den Bogen vom erfolgreichen Leinefelder Stadtumbau über die Bewerbung zur Landesgartenschau bis hin zu den Herausforderungen der vergangenen Jahre.
Corona, archäologische Untersuchungen, steigende Baupreise, veränderte Zeitpläne und schwierige Entscheidungen hätten das Projekt geprägt. Dennoch sei die Stadt ihren Weg konsequent gegangen. „Der große Tag ist da“, sagte Zwingmann zu Beginn seiner Rede. Nach fast zehn Jahren Vorbereitung sei nun sichtbar, warum sich dieses Durchhalten gelohnt habe.
Besonders eindringlich dankte der Bürgermeister den Menschen in der Stadt. Sie hätten Baustellen, Umleitungen und Einschränkungen getragen. Auch an anderer Stelle habe manches zurückstehen müssen, damit dieses Großprojekt umgesetzt werden konnte.
Zugleich machte Zwingmann deutlich, dass die Landesgartenschau nie nur als sechsmonatiges Ereignis gedacht war. „Nicht für sechs Monate Blümchenschau“, formulierte er pointiert. Entscheidend sei, was bleibe: die aufgewertete Grüne Achse vom Bahnhof bis zur Gartenschau, der neu belebte Lunapark mit Tüffers Garten, die Gartenstadt, neue Wege, Plätze sowie Spiel- und Sportflächen, die freigelegte Wüstung Kirrode und die renaturierte Ohne.
„Das sind keine kurzfristigen Effekte. Das ist Stadtentwicklung“, lautete die zentrale Botschaft. Die Landesgartenschau stehe damit für nachhaltigen Mehrwert – für Gäste, die Region und vor allem für die Menschen vor Ort.
LGS-Geschäftsführer Stefan Nolte machte deutlich, wie viel Arbeit, Verantwortung und Engagement in diesem Projekt stecken. Aus einer Idee vor mehr als zehn Jahren sei schrittweise ein Vorhaben mit großer Tragweite entstanden. Landesgartenschauen seien nicht nur blühende Ausstellungen, sondern starke Impulse für Stadt und Region.
Für Leinefelde-Worbis sei die Schau Entwicklungsmotor und zugleich ein Aushängeschild für das Eichsfeld und Thüringen mit Strahlkraft über die Landesgrenzen hinaus.

Nolte dankte den vielen Beteiligten – von Planern und Firmen über Behörden bis hin zu Sponsoren und Helfern. Hinter dem Projekt lagen intensive Jahre, große Verantwortung und manche schlaflose Nacht. Umso größer war die Freude, den Gästen nun zeigen zu können, was entstanden ist: unter anderem neue Wegeachsen, das Grüne Klassenzimmer und als besonderes Alleinstellungsmerkmal den Blumenblock.
Die Rede des LGS-Geschäftsführers machte deutlich: Diese Landesgartenschau ist ein Gemeinschaftswerk. Für viele Beteiligte war die Eröffnung daher auch ein Moment des Innehaltens. Die Anspannung der vergangenen Wochen und Monate wich sichtbar der Erleichterung – und schließlich der Freude.
Zum symbolischen Abschluss der Eröffnungsveranstaltung bepflanzten Ministerpräsident Mario Voigt und Landrätin Marion Frant auf der Bühne ein Hochbeet, das anschließend von Zwingmann und Nolte angegossen wurde. Das Bild stand sinnbildlich für den Tag: Viele Hände haben etwas wachsen lassen, das nun sichtbar wird.

Blumenblock als Besuchermagnet
Nach dem offiziellen Teil nutzten der Ministerpräsident und die Ehrengäste die Gelegenheit zu einem Rundgang über das Gelände. An zahlreichen Stationen kamen sie mit Beteiligten ins Gespräch und verschafften sich einen Eindruck von den Angeboten.
Besonders stark frequentiert ist der Blumenblock. Der ehemalige DDR-Plattenbau der Leinefelder Wohnungsbaugenossenschaft gehört bereits jetzt zu den ungewöhnlichsten Anziehungspunkten der Landesgartenschau. Floristik, Kunst und Stadtgeschichte verbinden sich hier auf mehreren Etagen zu einem eigenständigen Ausstellungserlebnis.













Zu diesem Artikel liegen noch keine Kommentare vor.
Artikel kommentierenSchreiben Sie den ersten Kommentar.