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Smarte Innenraumbegrünung

Hochschulprojekt SNIB liefert praxistaugliche Konzepte

Ein interdisziplinäres Hochschulprojekt zeigt, wie sich Innenraumbegrünung durch Sensorik, Datenmanagement und Künstliche Intelligenz nachhaltig optimieren lässt. Zwei Hochschulen und mehrere Studiengänge entwickelten gemeinsam ein funktionales System für smarte Pflanzeninstallationen.

von Hochschule Geisenheim erschienen am 10.04.2026
Die beteiligten Disziplinen der Hochschulen haben eng zusammengearbeitet: Während gartenbauliche Konzepte für geeignete Pflanzen und Begrünungsszenarien entwickelt wurden, setzten die Informatik-Studierenden die technische Infrastruktur zur Datenerfassung und -auswertung um. Die Studierenden aus Media Management gestalteten die kommunikative und multimediale Aufbereitung des Projekts. © Hochschule RheinMain
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Nach zwei Semestern ist das hochschulübergreifende Projekt SNIB (Smarte Nachhaltige Innenraumbegrünung) erfolgreich abgeschlossen. Beteiligt waren Studierende der Hochschule RheinMain aus den Studiengängen Media Management und Wirtschaftsinformatik sowie der Hochschule Geisenheim University aus den Bereichen Gartenbau und Pflanzenwissenschaften. Ziel des Projekts war die Entwicklung eines intelligenten Systems zur nachhaltigen Innenraumbegrünung.

Im ersten Projektsemester wurde auf dem Campus Unter den Eichen der Hochschule RheinMain eine prototypische Pflanzeninstallation umgesetzt. Ausgewählte Pflanzen wurden in speziell konzipierten Kübeln installiert und mit Sensorik sowie einer Kamera ausgestattet. Erfasst wurden zentrale Umweltparameter wie Bodenfeuchte, Lichtintensität und Temperatur. Auf dieser Basis entstand ein datengetriebenes Konzept zur bedarfsgerechten Bewässerung und Pflege.

Die technische Umsetzung erfolgte über ein eigens entwickeltes Datenmanagementsystem. Ein Microcontroller sammelt die Sensordaten und überträgt sie an Server der Hochschule RheinMain, wo sie verarbeitet und ausgewertet werden. Die Visualisierung erfolgt über Displays direkt an der Installation sowie über eine projektbegleitende Website, auf der aktuelle Messwerte und Handlungsempfehlungen dargestellt werden.

Im weiteren Projektverlauf wurde das System um KI-basierte Komponenten erweitert. Die Sensordaten fließen in ein auf Open-Source-Technologien basierendes Modell ein, das den Zustand der Pflanzen analysiert und konkrete Pflegeempfehlungen ableitet. Damit wird ein adaptives System geschaffen, das auf Veränderungen der Umweltbedingungen reagieren kann.

Die entwickelte Pflanzeninstallation ist inzwischen am Campus Kurt-Schumacher-Ring im Gebäude L im Einsatz. Neben der funktionalen Komponente trägt sie zur Verbesserung des Raumklimas sowie zur Steigerung der Aufenthaltsqualität bei. Gleichzeitig dient sie als Demonstrator für die Potenziale technologiegestützter Begrünungskonzepte.

Das Projekt basiert auf einer klar strukturierten interdisziplinären Zusammenarbeit. Während die Studierenden der Gartenbauwissenschaften geeignete Pflanzenkonzepte und Begrünungsszenarien entwickelten, verantworteten die Informatik-Studierenden die technische Infrastruktur zur Datenerhebung und -verarbeitung. Die mediale Begleitung, einschließlich Website, Visualisierung und Dokumentation, wurde durch den Studiengang Media Management umgesetzt.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Kombination aus pflanzenbaulichem Fachwissen, digitaler Technologie und kommunikativer Aufbereitung neue Ansätze für nachhaltige Innenraumgestaltung ermöglicht. Insbesondere die Verknüpfung von Sensorik und KI eröffnet Perspektiven für eine präzisere Steuerung und Bewertung von Begrünungssystemen.

Eine Weiterführung des Projekts ist bereits geplant: Im Living Materials Lab des Studiengangs Innenarchitektur an der Hochschule RheinMain sollen die entwickelten Ansätze weiter vertieft werden. Ziel ist es, eine Materialbibliothek für regenerative Innenraumgestaltung aufzubauen, in der Pflanzensysteme mit Sensorik und KI-gestütztem Monitoring kombiniert werden. Damit soll Innenraumqualität künftig systematisch messbar und als Grundlage für nachhaltige Gestaltungskonzepte nutzbar gemacht werden.

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