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Geschäftsverlauf im Facheinzelhandel 2025

Standhaft im Gegenwind

Zu Beginn des neuen Jahres heißt es, einerseits Bilanz zu ziehen, andererseits nach vorn zu schauen. Datenbasiert steht fest, dass in den vom Autor ausgewerteten zwölf Einzelhandelsgärtnereien im Süden unserer Republik die Umsätze im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr in Summe um marginale 0,33 Prozent höher ausfielen. Es kamen insgesamt rund ein Prozent weniger Kunden.

von Norbert Elgner, Marketingberater, Heppenheim erschienen am 06.02.2026
Frühlingsfrische Farben locken auch bei angespanntem Budget. © Norbert Elgner
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Betrachtet man das Ergebnis unter Einbeziehung der durchschnittlichen Inflationsrate von 2,2 Prozent, so resultiert daraus ein reales Umsatzmanko gegenüber 2024 von 1,87 Prozent. Ein vom Umsatz her weitgehend stabiles Ergebnis. Prosperierendes Wachstum in den Betrieben sieht freilich anders aus. Die Rahmenbedingungen, die zu diesem Ergebnis führten, sind notwendigerweise mit in Betracht zu ziehen.

Rahmenbedingungen 2025 unverändert herausfordernd

Wesentliche Einflüsse, die das Geschäftsjahr begleiteten und die nicht gerade zur Belebung beitrugen, sind hier kurz skizziert:

  1. Eine unverändert angespannte geopolitische Lage mit vielen Schauplätzen weltweit, die auch unser Gemeinwesen und unsere Wirtschaft einschneidend tangieren.
  2. Die lahmende Wirtschaft, die trotz verheißungsvoller Ankündigungen der neuen Bundesregierung und trotz bereitstehendem „Sondervermögen“ nicht in Fahrt kommt.
  3. Die erratische Zollpolitik, ausgelöst durch die ebenfalls neue US-Regierung mit Donald Trump an der Spitze, die unsere gesamte Exportwirtschaft erschüttert.
  4. Die zu bewältigenden Sozialausgaben in den Bereichen Rente, Pflege, Grundsicherung, Migration, Gesundheitswesen, die sich überproportional entwickeln.
  5. Die weiter steigenden Lebenshaltungskosten, die an unserem Wohlstand nagen und Menschen stark verunsichern, ohne dass ein Ende in Sicht wäre.
  6. Zunehmende Auswirkungen auch auf dem Arbeitsmarkt, was die Sicherheit der Arbeitsplätze zumindest in bestimmten Branchen gefährdet.
  7. Und insbesondere die aus der Unsicherheit resultierende Kaufzurückhaltung der Konsumenten, die statt zu shoppen eher sparen. Ausgenommen ist der Tourismus.

So klagte 2025 der gesamte Einzelhandel über unbefriedigende Geschäfte. Viel zu stark prägen diese Negativeffekte die Wahrnehmung und somit auch das Handeln, sowohl in Unternehmerkreisen als auch bei Konsumenten.

Monatliche Erhebungen und Betriebsauswertungen

Wie sich unter den Gegebenheiten und Rahmenbedingungen der Geschäftsverlauf in den zwölf Einzelhandelsgärtnereien im süddeutschen Raum konkret darstellte, zeigt der folgende Jahresrückblick. Grundlage sind die monatlichen Erhebungen und Betriebsauswertungen des Autors. Dabei handelt es sich um rege, aktive Unternehmerinnen und Unternehmer, die sich schon über viele Jahre Monat für Monat an den Auswertungen beteiligen. Der Jahresumsatz der Betriebe (Grabpflege ausgenommen) lag 2025 durchschnittlich bei 919.000 Euro. 2024 betrug er 916.000 Euro. Damit ergibt sich ein Umsatzplus von 0,33 Prozent. Erhoben werden die relevanten Schlüsselindikatoren oder auch KPIs (Key Performance Indicators) wie Bruttoumsatz, Umsatz pro Kunde, Kundenanzahl pro Verkaufskraft, Umsatz pro Verkaufskraft, Umsatz pro Verkaufseinheitsquadratmeter, Personalkostenquote sowie kumulierte Werte. Bereits diese sechs bis acht KPIs, monatlich erfasst, reichen aus, um aufzuzeigen, wo die Reise in einem Unternehmen hingeht und welche Konsequenzen sich daraus ergeben.

Sinkt die Kauflust, rücken Preise wieder mehr in den Fokus.
Sinkt die Kauflust, rücken Preise wieder mehr in den Fokus. © Norbert Elgner

Die Gesamtnote eines Monats ermöglicht eine blitzschnelle Einordnung

Für jeden abgelaufenen Monat dient zur schnellen Einordnung seiner erbrachten Umsatzleistung die Kennzahl „Gesamtnote des Monats“. Grundlage ist ein umsatzmäßiger Periodenvergleich über die letzten fünf Jahre mittels eines Punktesystems. Schloss beispielsweise der aktuelle Auswertungsmonat in einem Betrieb mit dem besten Umsatzergebnis der letzten fünf Jahre ab, so werden dafür fünf Punkte vergeben. Für das zweitbeste Ergebnis vier Punkte, für ein „normales“ Umsatzniveau drei Punkte, für das zweitschwächste Ergebnis der letzten fünf Jahre zwei Punkte und für das schwächste Monatsergebnis erhält der Betrieb einen Punkt. Die Gesamtnote für den Auswertungsmonat errechnet sich aus der Gesamtpunktzahl, die der Monat erreicht hat, dividiert durch die Anzahl der ausgewerteten Betriebe. Folglich handelt es sich nicht um eine gefühlte Benotung nach Meinungslage, sondern um das rechnerische Ergebnis aus realen Umsatzzahlen des Monatsvergleichs identischer Betriebe. Insgesamt gute Monate haben eine Vier, eher bescheidene eine Zwei, und jene mit einer Drei vor dem Komma lassen auf einen einigermaßen normalen, vielleicht zufriedenstellenden Geschäftsverlauf schließen. Wie sich der Geschäftsverlauf des Jahres 2025 monatlich darstellt, zeigen nachfolgende Betrachtungen.

Januar, Umsatzkategorie III, Umsatzanteil um 4 %, Gesamtnote 3,8: Wie immer beginnt der Start ins neue Jahr mit dem kalenderbedingt schwächsten Umsatzmonat, der aber trotz düsterer Konjunkturprognosen deutlich besser abschloss als der Vorjahresmonat, zutreffend für 81,8 Prozent der Betriebe. Bei konstanter Kundenfrequenz stieg der Umsatz pro Kunde im Mittel um rund acht Prozent. Auch am Stimmungsbarometer für das erste Halbjahr 2025 war ein Funke Optimismus abzulesen.

Februar, Umsatzkategorie III, Umsatzanteil um 5 %, Gesamtnote 2,3: Ähnlich trüb wie das Wetter verlief auch das Geschäft. Zwar stand ein starker Referenzmonat zu Buche, doch der gravierende Umsatzeinbruch von durchschnittlich zwanzig Prozent war bemerkenswert. Er resultierte aus einem um 24 Prozent geringeren Kundenaufkommen. Von Vorfrühlingsstimmung war bei Konsumenten nicht viel zu spüren. Der Anteil der Betriebe mit einem kumulierten Plus sank auf 25 Prozent.

März, Umsatzkategorie II, Umsatzanteil um 9 %, Gesamtnote 2,1: Auch der erste wichtige Umsatzmonat verlief enttäuschend. Während sich im März 2024 Kunden wie losgelassen den blühenden Frühling heimholten, blieb nun der Ansturm aus. Infolgedessen fehlten durchschnittlich 14 Prozent Umsatz, zurückzuführen auf 14,5 Prozent weniger Kunden. Kumuliert lagen jetzt nur noch 8,3 Prozent der Betriebe umsatzmäßig im Plusbereich. Für das erste Quartal ein sehr ernüchterndes Ergebnis.

April, Umsatzkategorie I, Umsatzanteil um 12 %, Gesamtnote 2,4: Bei überdurchschnittlich warmem und trockenem Wetter ergab sich ein kompletter Richtungswechsel ins Positive. Hinzu gesellte sich, im Gegensatz zum Referenzmonat 2024, der Osterbonus. Kunden zeigten sich in Kauflaune. Balkon- und Terrassenpflanzen standen bereits auf ihren Einkaufslisten. Eine um 25 Prozent höhere Kundenfrequenz führte im Durchschnitt zu rund zwanzig Prozent mehr Umsatz.

Mai, Umsatzkategorie I, Umsatzanteil um 18 %, Gesamtnote 2,7: Die erhoffte Fortsetzung des guten Vormonats blieb leider aus. Im Nachhinein betrachtet ging der Frühstart im April auf Kosten des Mai-Umsatzes. Der wichtigste Umsatzmonat, normalerweise vergleichbar mit vier Februar- oder zwei März-Umsätzen, hielt sich dennoch auf Vorjahresniveau, was Umsätze, Kundenzahlen sowie Umsatz pro Kunde anbelangt. Zweifellos waren die Erwartungen höher, da der Referenzmonat vergleichsweise auf schwachen Beinen stand.

Geschmackvolle Pflanzenzusammenstellungen inspirieren.
Geschmackvolle Pflanzenzusammenstellungen inspirieren. © Norbert Elgner

Juni, Umsatzkategorie II, Umsatzanteil um 9,0 %, Gesamtnote 2,3: Die Hoffnungen auf eine gute Nachsaison erfüllten sich ebenfalls nicht. Mit dem Pfingstfest in der ersten Dekade schaffte es kein einziger Betrieb, seinen stärksten Juni-Umsatz im Fünfjahresvergleich einzufahren. Mit einem marginalen Umsatzplus von 1,38 Prozent schloss der letzte Monat des zweiten Quartals. Kumuliert übertraf nur die Hälfte der Betriebe ihren Umsatz zum Referenzzeitraum des Vorjahres.

Juli, Umsatzkategorie III, Umsatzanteil um 6 %, Gesamtnote 2,9: Ferienzeit, Reisezeit, im Blumen- und Pflanzengeschäft alles höhepunktlos. Trotz vieler Klagen über die andauernde allgemeine Kaufzurückhaltung verlief der Auswertungsmonat im normalen Rahmen. Kaum Bewegung im Vergleich zum Juli 2024 zeigten Kundenaufkommen und durchschnittlicher Kassenbon. Zwei Drittel der Betriebe verzeichneten dennoch ein leichtes Umsatzplus von durchschnittlich 1,4 Prozent zu Juli 2024.

August, Umsatzkategorie III, Umsatzanteil um 5 %, Gesamtnote 2,9: Der zweite Ferienmonat blieb bei überwiegend sonnigem, trockenem Wetter wiederum schwunglos. Das Umsatzmanko überwog. Es fehlte an Kunden, was dazu führte, dass nur 41,7 Prozent der Betriebe den ordentlichen August 2024 toppen konnten. Ein deutliches Plus der Schlüsselkennzahl Umsatz pro Kunde von durchschnittlich sechs Prozent verhinderte Schlimmeres.

September, Umsatzkategorie III, Umsatzanteil um 6 %, Gesamtnote 2,5: Die Hoffnung, dass mit der Umstellung auf das Herbstsortiment die Geschäftstätigkeit doch etwas anzieht, erfüllte sich leider nicht. Im Ergebnis blieb der Monat insofern stabil, als dass er mit minus 0,3 Prozent hauchdünn an den Vorjahresmonat herankam, zurückzuführen auf ein Plus beim Umsatz pro Kunde von 3,1 Prozent, während die Kundenfrequenz um 3,9 Prozent nachgab. Kumuliert lagen nach dem dritten Quartal 41,7 Prozent der Betriebe umsatzmäßig über dem Vergleichszeitraum 2024.

Oktober, Umsatzkategorie II, Umsatzanteil um 10 %, Gesamtnote 2,7: Ohne Impulse verlief auch der drittwichtigste Umsatzmonat des Jahres. Es fehlten am Ende 3,8 Prozent Umsatz zum Referenzmonat des Vorjahres bei 6,2 Prozent weniger Kunden, die jedoch um 2,1 Prozent mehr kauften. Ob mengen- oder preisbedingt, lässt sich nicht verifizieren. Für Betriebe mit kumuliertem Manko verstreicht nun die Zeit, eine Wende zumindest hin zur schwarzen Null in 2025 zu schaffen.

November, Umsatzkategorie II, Umsatzanteil um 9 %, Gesamtnote 3,0: Vergleichsweise gut gelaufen ist der Auswertungsmonat mit einer Adventskonstellation wie 2024. Gegenüber November 2024 ergab sich insgesamt ein Umsatzplus von 2,5 Prozent, zurückzuführen auf 1,6 Prozent weniger Kunden und einen um 4,2 Prozent höheren Umsatz pro Kunde. Seit April erstmals wieder ein Monat mit einer Gesamtnote von mindestens 3,0. Unter den derzeitigen Rahmenbedingungen durchaus ein Lichtblick.

Dezember, Umsatzkategorie III, Umsatzanteil um 7,0 %, Gesamtnote 3,5: Das Finale zeigte sein freundliches Gesicht. Dreiviertel der Betriebe konnten ihren Umsatz zum Dezember 2024 toppen. Das durchschnittliche Umsatzplus von 3,9 Prozent kam erfreulicherweise durch ein stattliches Kundenfrequenzplus von 5,3 Prozent zustande, was trotz allgemeiner Konsumflaute den Stellenwert der Advents- und Weihnachtsartikel unterstreicht.

Die Quote der Betriebe mit einem kumulierten Umsatzplus zu 2024 blieb jedoch konstant bei 42 Prozent.

Das Jahr 2025 schloss mit einem hauchdünnen Umsatzplus ab

Das Jahr 2025 verlief wiederum in einem schwierigen Fahrwasser, gespickt von sich überlagernden Krisenszenarien. Volatile Rahmenbedingungen werden zur neuen Normalität, denn sie werden auch 2026 anhalten, mit Verunsicherungen beim Unternehmertum ebenso wie bei Konsumenten. Die Inflationsrate ließ sich zwar mit einem Jahresdurchschnitt von 2,2 Prozent einfangen, sie führte aber nicht zu einer höheren Konsumneigung, was beim gesamten Einzelhandel auf die Stimmung drückt. Vor diesem Hintergrund ist auch das Ergebnis des abgelaufenen Geschäftsjahres in den untersuchten Betrieben zu betrachten.

Datenbasiert ergab sich mit der Gesamtnote von 2,91 mit Abstand der niedrigste Wert in den letzten neun Jahren. Insgesamt schloss das Jahr 2025 mit einem hauchdünnen Umsatzplus von 0,33 Prozent zum Referenzjahr 2024 ab. Folglich konnte der Kundenfrequenzverlust von 1,73 Prozent durch den höheren Umsatz pro Kunde knapp kompensiert werden.

Und was kommt auf uns zu?

Wirtschaftsexperten sind sich einig, dass auch für 2026 noch keine Anzeichen für einen Aufschwung erkennbar sind. Das BIP soll zwar auf ein Mini-Plus von 0,9 bis 1,3 Prozent steigen, jedoch liegen auch diese Werte deutlich unter denen anderer Industrieländer. Was infolge etwaiger politischer Veränderungen auf uns zukommt, steht ebenfalls in den Sternen. Auch die immer noch anhaltenden Preissteigerungen bei vielen Lebensmittel-Eckartikeln, Versicherungen und im Handwerk stellen einen Rucksack für die Menschen dar, der nicht förderlich für eine Verbesserung der Konsumbereitschaft ist. Insofern sind die Aussichten auf bessere Rahmenbedingungen für 2026 wenig verheißungsvoll.

Eine alte Gärtnerweisheit besagt zwar, dass es in wirtschaftlich schwierigen Zeiten der Grünen Branche verhältnismäßig gut geht. Dies traf in zurückliegenden Zeiten tatsächlich häufig zu. Sich aber immer darauf zu verlassen, birgt Gefahren.

Einwandfrei sortierte Herbstblüher in vielen Farben und in bester Qualität animieren zum Zugreifen.
Einwandfrei sortierte Herbstblüher in vielen Farben und in bester Qualität animieren zum Zugreifen. © Norbert Elgner

Was tun?

Blumen und Pflanzen sind keine klassischen Luxusgüter. Vielmehr besitzen sie in unserem Kulturkreis sogar Kultstatus. Sie sorgen für ein positives Lebensgefühl, spenden Freude, und schaffen ein behagliches Zuhause mit dem Gefühl der Geborgenheit. Die Liebe zu Blumen und Pflanzen, das Gärtnern, die Beschäftigung mit der Natur schlechthin, ist für viele Menschen absolut sinnstiftend. Somit etwas, das sicherlich nicht ganz oben auf der Streichliste steht, zumindest nicht bei der treuen, fachhandelsorientierten Kundenklientel.

Alles funktioniert aber noch besser mit einem aktiven Zutun: mit dem Nachdenken und Umsetzen von Handlungsalternativen zur Steigerung der Schlüsselfaktoren Umsatz pro Kunde sowie Kundenfrequenz. Stellschrauben bietet das Herausstellen der hochemotionalen Bedeutung unserer Produkte, verknüpft mit dem aktuellen Zeitgeist wie Urban Gardening, Erhaltung der Artenvielfalt, Bienenschutz, Beschäftigung mit dem Anbau von Kräutern, Gemüse, Beeren- und Zwergobst zur Selbstversorgung sowie dem Thema Nachhaltigkeit generell. Den Kopf in den Sand zu stecken, ist jedenfalls keine Option. Schließlich spielt auch das Wetter für den Pflanzenabsatz eine wichtige Rolle. Allerdings kann daran niemand etwas ändern.

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