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Osnabrücker Kontaktstudientage 2023

Vielfältige Blicke in die Zukunft

Die Hochschule Osnabrück führte vom 9. bis 11. November gemeinsam mit dem Freundeskreis Hochschule Osnabrück Gartenbau & Pflanzentechnologie und Landschaftsarchitektur die 52. Kontaktstudientage durch. Die diesjährige Veranstaltung beschäftigte sich mit Zukunftsfragen.
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Die Veranstaltung wurde von einer Rekordzahl von rund 340 Interessierten besucht. Zum großen Zuspruch trug das 75-jährige Jubiläums des Freundeskreises bei.
Die Veranstaltung wurde von einer Rekordzahl von rund 340 Interessierten besucht. Zum großen Zuspruch trug das 75-jährige Jubiläums des Freundeskreises bei.Hochschule Osnabrück
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Experten berichteten aus Forschung und Praxis. Eine große Firmenkontaktmesse zeigte berufliche Möglichkeiten und Karrierechancen auf. Absolventen wurden für herausragende Abschlussarbeiten mit einem Förderpreis ausgezeichnet. Außerdem wurde die Osnabrücker Ehrenmedaille vergeben. Die zweitägige Veranstaltung begann am Vormittag des ersten Tages gemeinsam für die Sektionen Landschaftsarchitektur sowie Gartenbau & Pflanzentechnologie.

Chancen für Gartenbau und Landwirtschaft

Prof. Ralf-Udo Ehlers, Gesellschaft für Biotechnologie und biologischen Pflanzenschutz, Schwentinental, präsentierte das Anwendungspotenzial insektenpathogener Nematoden, mit denen Schädlinge wie der Dickmaulrüssler und Thripse erfolgreich bekämpft werden können. Das von ihm gegründete Unternehmen hat ein biotechnologisches Verfahren entwickelt, welches eine industrielle Massenproduktion der Nützlinge ermöglicht. „Wenn Sie gute Ideen für neue Produkte und Verfahren haben, wagen Sie den Schritt in die Selbstständigkeit", ermunterte der Agrarwissenschaftler die Studierenden.

Über neueste technische Entwicklungen zur automatischen Erfassung von Schädlingen in Lockfallen oder auch direkt auf Pflanzen berichtete Dr. Elias Böckmann, Julius-Kühn-Institut, Institut für Pflanzenschutz in Gartenbau und urbanes Grün, Braunschweig.

Einen Überblick zu dem stetig wachsenden Angebot an Biostimulanzien gab Holger Fechner, Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Die Präparate werden mit vielfältigen Versprechungen beworben, für die oft noch kein wissenschaftlicher Nachweis vorliegt, gab der Referent zu bedenken. Derzeit werden bundesweit an verschiedenen Versuchsanstalten mehrjährige Exaktversuche durchgeführt, um die Wirksamkeit solcher Produkte auf den Prüfstand zu stellen.

Dr. Elke Bloem, Julius Kühn-Institut, Institut für Pflanzenbau und Bodenkunde, Braunschweig, erörterte die Bedeutung des Nährstoffs Schwefel in der Pflanzenproduktion, insbesondere im Hinblick auf die Verbesserung der Stresstoleranz und Produktqualität. Möglichkeiten zur Züchtung von Nutzpflanzen, die an Dürreperioden und andere Phänomene des Klimawandels besser angepasst sind, stellten Prof. Ali Naz, Hochschule Osnabrück, Fachgebiet Pflanzenzüchtung, und Dr. Monika Spiller, KWS LOCHOW, Bergen, vor. „Die Erhaltung der genetischen Diversität ist dabei entscheidend für die Entwicklung widerstandsfähiger Sorten", betonte Prof. Naz.

Susanne Vollmer vom Zentrum für Genomeditierung von Pflanzen der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf zeigte auf, welche Perspektiven die zielgerichtete, präzise Veränderung von Genen mit der CRISPR/Cas-Methode für den Züchtungsfortschritt eröffnet. Ein visionäres Agrarsystem für urbane Räume präsentierte Prof. Christoph-Martin Geilfus, Institut für Bodenkunde und Pflanzenernährung an der Hochschule Geisenheim University. Es sieht die integrierte Anzucht von Fischen, Insekten und Pflanzen in kommunizierenden Modulen vor. Ziel ist es, „Nahrungsmittel auf Basis weitgehend geschlossener Energie- und Stoffkreisläufe zu produzieren", so Geilfus.  Abschließend stellten Elisa Lausus und Dina Restemeyer von der Hochschule Osnabrück neue berufsbegleitende Fortbildungs- und Studienprogramme im Bereich der Pflanzentechnologie vor.

Die akademische Ausbildung und das Berufsfeld

Die Sektion Landschaftsarchitektur bot einen Einblick in die Entwicklungsperspektiven des Berufsfelds. Dabei ging es um die Veränderungen, mit denen die Landschaftsarchitektur konfrontiert ist. Schlüsselthemen sind der Klimawandel, Extremwetterereignisse sowie soziale und demografische Verschiebungen.

Die Kontaktstudientage fungierten erneut als dynamische Plattform für einen konstruktiven Austausch zwischen Studierenden, etablierten Fachkräften, Arbeitsmarktakteuren, Verbänden und Behörden.

Jubiläum des Freundeskreises

Die Mitglieder des Freundeskreises wurden anlässlich des 75-jährigen Jubiläums zu einem Empfang in das Rathaus der Stadt Osnabrück in den Friedenssaal eingeladen. Bürgermeisterin Birgit Strangmann bedankte sich beim Freundeskreis und der Hochschule für die ausgezeichnete Zusammenarbeit bei der jährlichen Verleihung der Osnabrücker Ehrenmedaille. Marc-Guido Megies, Vorsitzender des Freundeskreises, versprach, dass zu den Kontaktstudientagen immer wieder auch Osnabrücker Themen aufgegriffen werden.

Osnabrücker Ehrenmedaille für Dr. Karl-Heinz Kerstjens

Dr. Karl-Heinz Kerstjens wurde mit der Osnabrücker Ehrenmedaille ausgezeichnet. Prof. Martin Thieme-Hack schaute in seiner Laudatio auf die erfolgreiche berufliche Zeit des Geehrten zurück und lobte die pragmatische, herzliche und humorvolle Art von Kerstjens. Im August 2021 war Kerstjens nach mehr als 30 Jahren als Leiter des Bildungszentrums Essen mit der Fachschule Gartenbau in den Ruhestand gegangen. In dieser Zeit hatte er sich stark für eine gute Aus- und Fortbildung der Fachkräfte aus dem Gartenlandschaftsbau eingesetzt. Darüber hinaus hat sich Kerstjens in vielen weiteren Bereichen und Ämtern engagiert. So war er lange Präsident der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau. In dieser Zeit lernten sich Laudator Martin Thieme-Hack und Kerstjens kennen und schätzen. Kerstjens vertritt zudem seit über zehn Jahren das Lehrgebiet „Friedhofsmanagement" im Master Landschaftsbau an der Hochschule Osnabrück.

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