
Die Bedeutung der Gesamthärte
Ein bei hortigate abrufbarer Fachbeitrag aus der Reihe „Kenngrößen des Gießwassers“ widmet sich der Gesamthärte als zentralem Parameter der Bewässerungswasserqualität im Gartenbau. Der Beitrag erläutert Grundlagen, Zusammenhänge und die praktische Relevanz dieser Kenngröße für die Kulturführung.
von hortigate erschienen am 11.02.2026Die Gesamthärte des Gießwassers beschreibt die Summe der im Wasser gelösten Calcium- und Magnesiumionen und wird üblicherweise in Grad deutscher Härte (°dH) angegeben. Als Summenparameter ermöglicht sie eine erste Einordnung des Mineralstoffgehalts, ersetzt jedoch keine differenzierte Betrachtung der einzelnen Wasserinhaltsstoffe.
Die Höhe der Gesamthärte wird maßgeblich durch die geologischen Gegebenheiten des Wassereinzugsgebietes bestimmt. Wasser, das durch kalk- oder dolomithaltige Gesteinsschichten fließt, weist in der Regel höhere Calcium- und Magnesiumkonzentrationen auf als Niederschlagswasser oder Oberflächenwasser aus silikatischen Regionen. Entsprechend können die Härtegrade regional deutlich variieren.
Für die gartenbauliche Praxis ist die Gesamthärte insbesondere im Zusammenhang mit der Nährstoffversorgung und dem pH-Management von Bedeutung. Calcium und Magnesium sind essenzielle Pflanzennährstoffe; sehr weiches Wasser mit niedriger Gesamthärte kann daher eine ergänzende Zufuhr dieser Elemente im Düngekonzept erforderlich machen. Umgekehrt trägt hartes Wasser zur Salzfracht bei und beeinflusst in Kombination mit weiteren gelösten Ionen die elektrische Leitfähigkeit des Gießwassers.
Der Fachbeitrag hebt zudem die Differenzierung zwischen Karbonathärte und Nichtkarbonathärte hervor. Die Karbonathärte, bestimmt durch Calcium- und Magnesiumhydrogencarbonate, wirkt puffernd auf den pH-Wert und beeinflusst damit das Säure-Basen-Gleichgewicht im Substrat. Die Nichtkarbonathärte umfasst jene Calcium- und Magnesiumanteile, die mit anderen Anionen wie Sulfat, Nitrat oder Chlorid vorliegen und keinen direkten Beitrag zur Pufferkapazität leisten. Für eine fachlich fundierte Bewertung der Wasserqualität ist daher die getrennte Betrachtung dieser Fraktionen erforderlich.
Insgesamt wird deutlich, dass die Gesamthärte einen wichtigen, jedoch nicht isoliert zu interpretierenden Bestandteil der Wasseranalyse darstellt. Erst im Zusammenspiel mit Parametern wie elektrischer Leitfähigkeit, Hydrogenkarbonatgehalt und spezifischen Nährstoffkonzentrationen erlaubt sie eine belastbare Einschätzung möglicher Auswirkungen auf Substratchemie, Nährstoffverfügbarkeit und Pflanzenentwicklung.










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