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Beet- und Balkonpflanzenseminar

Die Besten in Bad Zwischenahn

Rund 600 neuere Arten und Sorten von Beet-.und Balkonpflanzen wurden 2008 an der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau (LVG) Bad Zwischenahn in dreiwöchigem Rhythmus von der Kör-Kommission bewertet. Die Ergebnisse für den Zeitraum bis Mitte August stellte Dr. Elke Ueber auf dem dortigen Beet- und Balkonpflanzenseminar vor.

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Kräftige Triebe und gute Durchblüheigenschaften zeichnen die „Surphlox“-Sorten aus (hier ‘Surphlox Rose White Star’)
Kräftige Triebe und gute Durchblüheigenschaften zeichnen die „Surphlox“-Sorten aus (hier ‘Surphlox Rose White Star’)
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Die Topftermine lagen in Woche 10 und 11. Das Frühjahr 2008 war vergleichsweise kühl und strahlungsarm. Daher blühten viele Pflanzen ein bis zwei Wochen später und zeigten ein etwas schwächeres Wachstum als in anderen Jahren. „Frühe Sorten gewinnen wieder an Bedeutung“, so der Kommentar von Ueber.

Geprüft wurden rote, gelbe und weiße Antirrhinum. Während die Pflanzen Ende April sehr gut aussahen, präsentierten sie sich später nach kräftigen Regengüssen nicht mehr so schön. Verwelkte Blüten machten einen Rückschnitt erforderlich, die Nachblüte erschien meist nur zögerlich. Beste Bewertung erhielt ‘Sultan Yellow’ (Lieferant für Bad Zwischen­ahn: Syngenta), die sich durch ihren halbhängenden Wuchs allerdings schwieriger verpacken lässt.

Die geprüften gefüllt blühenden Argyranthemum zeigten sich alle reichblühend. Bisher beste Note im Freiland erreichte ‘Percussion Double White’ (Nebelung) mit sehr gutem Aufbau und reichem Blütenbesatz. Ebenfalls gut schnitten ‘Daisy Crazy Summersong White’ (Nebelung), ‘Madeira Double Rose’ (Ball) und ‘LaRita Pink Double’ (Selecta) ab.

Noch relativ gut sahen die Begonien Mitte August aus. Besonders hervor hob Ueber die gefüllte Hängebegonie „Belleconia“ (Kientzler), die ungefüllte „Summerwings“ (Kientzler) in Weiß, Rosa und Orange und die stark und relativ aufrecht wachsenden „Big“-Begonien (Benary).

Bracteantha ist Randkultur und „Sympathieträger“, jedoch keine Kultur, die nebenbei zu machen ist. Die Pflanzen benötigen eine gute Ernährung sowie rechtzeitige Fungizidbehandlungen gegen Botrytis, Falschen und Echten Mehltau während der Produktion. Die geprüften Strohblumen zeigten sich alle recht regenfest. Einen guten Aufbau mit großen Blüten zeigte „Jumbo“ (Ball). Etwas stärker im Wuchs und ebenfalls große Blüten zeigte ‘Strawburst Yellow’ (Syngenta). Ebenfalls als gut erwiesen sich „Sundaze“ und die etwas kompakteren „Dazette“ (beide Kientzler), „Nevada“ (Nebelung), „Visual“ (Syngenta) und „Mohave“ (Selecta).

Buntes und Besonderes

Bunt scheint im Trend, so auch bei Calibrachoa, die von verschiedenen Firmen in bunten Farbmischungen angeboten werden. Zum Teil gibt es jedoch einzelne Farben darunter, die etwas stärker durchwachsen und so die harmonische Gesamtwirkung stören. ‘Celebration Karneval’ und ‘Orient’ sind Farbmischungen von Westhoff, ‘TrixiFamous’ von Selecta. Die gefüllten Calibrachoa „Minifamous Double“ (Selecta) blühten etwas später in Woche 19. Als beste Sorte im Freiland nannte Ueber ‘Callie Yellow 08’ (Syngenta). „Aloha Tiki“ (Dümmen) ist eine Serie mit intensiven Blütenfarben und rotem Schlund. Bei der relativ früh blühenden „Cabaret“ (Ball) haben die großen auch von der Mitte heraus blühenden Blüten gut gefallen.

„Supercal“ (Kientzler) ist eine Gattungshybride aus Petunia und Calibrachoa. Sie klebt nicht, ist wetterfester als Petunien und soll nicht so bruchempfindlich sein wie Calibrachoa. Empfohlen wird eine Kaltkultur mit vollem Lichtangebot. Das starke Längenwachstum erfordert unbedingt Hemmstoffanwendungen, damit die Pflanzen nicht schon auf dem Kulturtisch zu stark ineinanderwachsen.

Canna indica „Tropical“ (Nebelung) heißt eine klein bleibende Topf-Serie in vier Farben, die regenempfindlich und wärmebedürftig ist. Der Blüh­­beginn lag erst in Woche 23.

Als „Gewinner der letzten Jahre“ bezeichnete Ueber Chamaesyce hypericifolia (ehemals unter Euphorbia laufend) ‘Diamond Frost’ (Kientzler) und die etwas kompaktere ‘Silver Fog’ (Leinert). Die Pflanzen können ungestutzt kultiviert werden, was sie früh blühen lässt. Bei Vernässung bekommen die Pflanzen leicht Wurzelfäule.

Viel Beachtung bei Verbrauchern findet Cleome ‘Senorita Rosalita’ (Kientzler), eine interspezifische, gut verzweigende und unermüdlich blühende Hybride. Sie benötigt viel Dünger, was auch dem Verbraucher mitgeteilt werden sollte. In Kombinationspflanzungen erdrückt sie leicht andere Pflanzen, sodass sie besser als Einzelpflanze Verwendung finden sollte.

Viele Nemesien brachen ab Anfang August bereits zusammen, punkten jedoch mit tollen Farben. ‘Spicy Vanilla’ und ‘Yellow’ (Agrexco) zeigten sich besonders gut in der Produktion und im Freiland. „Angelart“ (Fides) ist eine sehr homogene und kompakte Serie, allerdings etwas schwächer in der Leuchtkraft der Blüten. Sehr attraktive Blütenfarben zeigten die erst in Woche 18 blühende ‘Sunsatia Carambola’ sowie die beiden deutlich früheren ‘Sunsatio Maranon’ und ‘Tamarillo’ (Kientzler). Eine toll leuchtende Blütenfarbe mit guter Freilandbewertung zeigte ‘Nemesis Red Fancy’ (Westhoff).

Geprüft wurden frühe und kompakte neuere Osteospermum-Sorten. ‘Summerdaisy Minimax’ (Grünewald) ist eine kleinblumige, vielblütige orangefarbene Sorte, die bei einem Stutztermin in Woche 12 bereits in Woche 17 blühte. Mit schönem Gelb und gutem Aufbau zeigte sich ‘Symphony Mango’ (Kientzler). „Dalina“ (Piepel) und „Sirocco“ (Syngenta) sind homogene Serien kompakter Sorten für hohe Flächenbelegung.

Prima Pelargonien

Von den getesteten frühen, kompakten Pelargonium peltatum hob Ueber die halbgefüllte intensiv feuerrote ‘Starbright Fireball 007’ (Endisch), die gut verzweigte und mittelstark wachsende „Dancing Idols“ (Fides), die frühe, mittelstarke gut verzweigte ‘Decora Glacier White’ mit rosa Auge (Selecta) und die beiden „Toscana sil“-Sorten ‘Luke’ und ‘Nora’ (beide Silze) mit bisher bester Freilandbenotung besonders hervor.

Nicht vor Woche 10 sollte mit der lichtbedürftigen Phlox-Kultur begonnen werden, so die Empfehlung. Weniger bewährt haben sich die generativ vermehrten Sorten, sagte Ueber. Etwas sperrig in der Produktion, später buschig und mit hängendem Wuchs sind die „Intensia“-Sorten (Kientzler). Kräftige Triebe und gute Durchblüheigenschaften zeichnen die „Surphlox“-Sorten (Moerheim) aus. Vergleichsweise kräftige Triebe zeigen die „Phoenix“-Sorten (Westhoff). Die etwas spätere Serie eignet sich gut für Ampeln und Kübel. Vergleichsweise kompakter und eher aufrecht wachsend sind die „Power Phlox“ (Westhoff).

Die neue samenvermehrte Sommertopfpflanze Ptilotus exaltatus ‘Joey’ (Benary) mit silbrig-violetten Blütenähren zeigte eine lang anhaltende Blüte, zudem sei sie hitze- und trockenheitstolerant.

Etwas gelitten unter dem Regen hatten viele Sutera. ‘Baco Golden Leaves Cream’ (Florensis) wirkt besonders durch die gelben Blätter als Strukturpflanze.

Text und Bilder: Dr. Gisela Fischer-Klüver, Hannover

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