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Winter: Bestattungen mit dem Presslufthammer

Der Tod kennt keine Jahreszeiten. Gefrorener Boden erschwert die Arbeit beim Grabmachen - so sind innovative Lösungen nötig, um auch im Winter Gräber für Bestattungen auszuheben.
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In vielen deutschen Städten wird die Friedhofsruhe bei strengem Frost durch den Lärm eines Presslufthammers gestört. „Ist der Boden gefroren, reichen Bagger, Hacke und Schaufel häufig nicht mehr aus, um die Gräber für Särge und Urnen auszuheben“, erklärt Hermann Weber, der Vorsitzende von Aeternitas, der Verbraucherinitiative Bestattungskultur, Königswinter. Dann muss schweres Gerät eingesetzt werden. Jeder Friedhof hat seine eigenen Methoden, um dem gefrorenen Boden Herr zu werden: Manchmal hilft nur noch die Kraft des Feuers, um ein Grab auszuheben. Mit Öfen oder Metallkörben, in denen ein Feuer lodert oder die mit heißer Kohle befüllt werden, wird der Boden aufgetaut. Für ein kleines Urnengrab tut es auch schon mal der Gasbrenner. 24 Stunden kann es dauern, bis der gefrorene Boden einen Meter tief aufgetaut ist. „Da solche Öfen durch ihre Hitzeentwicklung auch die umliegenden Pflanzen schädigen, werden sie nur noch selten eingesetzt – häufig auf kleineren Friedhöfen, die über keine Gerätschaften wie Presslufthammer verfügen“, sagt Weber. Ganz wichtig ist, dass die ausgehobene Erde sorgfältig abgedeckt wird, damit diese nicht wieder einfriert, bevor sie ins Grab geschaufelt wird. Während der Frost die Arbeit auf den Friedhöfen erschwert, kommt der Schnee den Friedhofsmitarbeitern bei extremer Kälte nicht ungelegen – trotz der Mehrarbeit durch Räum- und Streudienste. Eine dichte Schneedecke schützt den Boden vor allzu extremem Frost.

Viele Friedhofsmitarbeiter werden auch schon im Vorfeld des Winters tätig. Sie decken die Gräber, auf denen in den nächsten Monaten voraussichtlich Bestattungen anstehen, zum Schutz vor dem Frost mit Laub, Reisig oder Tannenzweigen ab. (Aeternitas)

 

(c) DEGA P&H online, 10.12.10

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