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Mit Topfgärten punkten

Der Kanadier Paul Zammit entwirft Gärten auf kleinstem Raum – nämlich in Kübeln. Mit seinen Kreationen verwandelt er Eingangsbereiche und Hinterhöfe in blühende Land­schaften. Er inspirierte am 8. Juli die Besucher der Beet- und Balkonpflanzentagung an der Bayerischen Landesan­stalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim, in Gärtnereien und Gartencentern mit schön gestalteten ­Minigärten zu begeistern.

Im Garten sind die Töpfe meist nur sparsam eingesetztes Gestaltungselement. Für den Kanadier Paul Zammit sind Gärten ohne Container nicht denkbar. Zammit lebt in Toronto, hat an der University of Guelph studiert und anschließend viele Jahre bei Plant World, einem großen Gartencenter in Toronto, den Staudenbereich betreut. Seit 2009 leitet er die Abteilung Gartenbau im botanischen Garten in Toronto.

Paul Zammit ist ein Fan von Kübelpflanzen. 2001 gewann der Eingangsbereich des Wohnhauses, in dem Paul mit seiner Partnerin Uli und Hunderten bepflanzter Töpfe lebt, den ersten Preis in der Kategorie „Environmental garden“ beim City of Toronto Garden Contest. Weitere Preise bei verschiedensten kanadischen Wettbewerben folgten.

„Mix it up“ – Mut zum Mischen – lautet die Devise von Zammit, wenn es um das Bepflanzen der Container geht. Erlaubt ist, was Spaß macht. Das heißt: nicht nur Einjährige pflanzen, sondern Stauden mit Einjährigen und Mehrjährigen mischen, dazu Zwiebelpflanzen, kleine Bäume und Sträucher – eben so, wie es die Natur vormacht. „Mix it up“ bedeutet auch, wie bei der Gestaltung kleiner Gärten mit Höhen, Blattstrukturen, Blattformen und Blütenfarben zu arbeiten. Sollten Pflanzen in Kübeln nicht die gleiche Erde mögen, kann man übrigens schummeln und die Pflanzen mit der passenden Erde in kleinere Töpfen einsetzen, hat Zammit einem kanadischen Gartenmagazin einmal verraten.

Zammits Kurzanleitung zum Befüllen der Container lautet auf englisch: „Thrillers – fillers – spillers“. In der deutschen Übersetzung hört sich das nicht ganz so griffig an. Thriller, das ist die Spannung, die mit einer hohen Pflanze erzeugt wird. Fillers bezeichnet alles, was den Topf in der mittleren Höhe füllt und je nach Bedarf immer wieder ausgetauscht werden kann. Die Spillers (von „to spill“ – auslaufen) sind die Pflanzen, die Richtung Erde wachsen. Aber Achtung: Wenn man viel Geld in einen schönen Kübel investiert hat, sollte davon noch etwas zu sehen sein.

Fertig bepflanzte Container betrachtet Paul Zammit wie eine Landschaft. Gibt es Höhen? Gibt es etwas, an dem das Auge hän-gen bleibt, von Zammit mit „drama“ bezeichnet? Das können beispielsweise Pflanzen mit auffälliger Blattfarbe, beispielsweise Rotlaubige inmitten von Grün sein. Wie duftet es? Dem Duft hilft Zammit gerne mit Kräutern und Duftpflanzen nach. Wie harmonieren die Texturen der Blätter und Blüten? Gibt es einen Farbklecks inmitten der grünen Pracht? Wie wirkt das Zusammenspiel der Farben?

Für Paul Zammit sind Kübel eine Spielwiese. Da wird gemischt, was das Zeug hält. Diese Leidenschaft ist auch bei ihm zu Hause nicht zu übersehen. Die Zufahrt zu seiner Garage ist gesäumt von Kübeln, vom Garagentor ist nur noch ein kleines Stück zu sehen. Kein Gedanke daran, dass dort noch ein Auto parken kann. Stattdessen hat man den Eindruck, durch einen grünenden und an manchen Stellen auch blühenden Garten zu laufen. Apropos Blüten: Zammit ist ein Liebhaber von Strukturen und Texturen. So richtig kann er nicht nachvollziehen, dass man Geranien in Balkonkästen pflanzt und sich an der üppigen Blütenpracht freut. Er mag Geranien, mag die Blattformen und -farben. Für die Blüten hat er nur einen Rat: „Cut it off“, frei übersetzt also: Weg damit. Da seine Lebensgefährtin, ebenfalls leidenschaftliche Gärtnerin, diese Einstellung nicht immer teilt, bearbeitet Zammit die Pflanzen im Garten meist nachts.

Dass Gartencenter und Gärtnereien mit dem Verkauf kreativ bepflanzter Kübel (oder mit dem Angebot, vorhandene Töpfe der Kunden zu bepflanzen) erfolgreich sein werden, davon ist Paul Zammit überzeugt. Kunden sind oft unsicher, wenn es um die passende Bepflanzung geht und greifen daher zu bestimmten Sorten, die sie in die Töpfe einsetzen. Gärtner, die mit Leidenschaft, künstlerischer Freiheit und einer Portion Mut an die Gestaltung der „Minigärten“ herangehen, können sich eine lukrative Nische erobern.

Weitere Infos im Internet: http://www.paulzammit.ca

http:// http://www.gardeninglife.ca/articles/slideshow/potted-oasis/

Autor:Susanne Wannags

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