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Umfrage unter Baumschulen: Markt belebt sich

DEGA fragte deutsche und niederländische Baumschulen, die an den Landschaftsbau liefern, nach ihren fünf meistverkauften Alleebaumarten beziehungsweise -sorten. Außerdem äußerten sich die Verantwortlichen über den aktuellen Marktverlauf.

Die Tabelle fasst die Antworten zu den Top Fünf bei den verkauften Alleebaumarten und -sorten zusammen. Manche Baumschulen haben etwas differenzierter geantwortet, dort haben wir eine Auswahl getroffen.
Die Nachfrage nach Hochstämmen ist bei den befragten Baumschulen hoch beziehungsweise wachsend. Eine Reihe der Betriebe registriert einen verstärkten Bedarf an besonderen Formen wie Säulen oder Kugeln sowie nach ausgefallenen Arten und Sorten. Den langen Winter haben die befragten Baumschulen anscheinend gut verkraftet. Für sie sind jedoch die äußerst niedrigen Preise ein großes Problem. cvf


Jan-Dieter Bruns, Bruns-Pflanzen-Export GmbH & Co. KG, Bad Zwischenahn: Das vergangene Frühjahr begann aufgrund der Witterung erst sehr spät, je nach Region der Pflanzenlieferung Mitte bis Ende März. Die Firmen des Garten- und Landschaftsbaus waren jedoch bemüht, den entgangenen Umsatz möglichst wettzumachen und somit wurden noch große Mengen an Pflanzen bis in den Mai hinein geliefert. Dieses erforderte einen außergewöhnlichen Einsatz in den Baumschulen, der viele Überstunden und hohes persönliches Engagement aller Mitarbeiter verlangte, der zu einem zufrieden stellenden Ergebnis geführt hat.

 

Christoph Dirksen, Wilhelm Ley GmbH & Co.KG, Meckenheim: Der Absatz von Hochstämmen und Alleebäumen in den Maßen 14/16 bis 25/30 war in der Frühjahrssaison sehr stark. Bei einigen Sorten waren zum Saisonende die freigegebenen Verkaufsbestände komplett geräumt. Generell wurden mehr Pflanzen an unsere Kunden abgesetzt als im Vorjahr, wobei die Preise weiterhin stark unter Druck standen. Außerdem erweitert sich der Kundenkreis immer mehr in Richtung Europa. Der Markt in Deutschland und in unserer Region Rheinland hat aber immer noch das größte Absatzpotenzial.

 

Roy Menkehorst, Baumschule Harry Menkehorst, Hengelo/ NL: Der Markt für Hausbäume wächst noch immer. 2005/2006 hat Menkehorst 10 % mehr Hausbäume abgesetzt als im Vorjahr (an Gartencenter und GaLaBau). Deshalb werden wir in den nächsten Jahren unsere Containerflächen weiter vergrößern. Als absoluter Hausbaum-Favorit hat sich, wie in den Vorjahren, wieder der Kugelcatalpa herausgestellt. Seine klassische Kugelform, die hohe Schnittverträglichkeit sowie seine Anspruchslosigkeit machen ihn bei unseren Kunden so beliebt. Der Neuling unter unseren Top Five ist die Kugeleiche Quercus palustris ‘Green Dwarf’. Die klassische Kugelform der Sumpfeiche zeichnet sich durch eine kräftige Herbstfärbung sowie ihr robustes Laub bei recht geringen Jahreszuwächsen aus, sodass eine kompakte und geschlossene Krone entsteht. Auch der Amberbaum ist seit vielen Jahren sehr beliebt. Dies liegt nicht zuletzt an seiner herausragenden Herbstfärbung, der interessanten Rinde sowie seiner hohen Schnittverträglichkeit.

 

Roland Schlegel, Karl Schlegel KG, Riedlingen/Donau: Der Absatz von Alleebäumen im vergangenen Frühjahr verlief zufrieden stellend auf konstantem und weiterhin stagnierendem Mengenniveau. Die erzielten Durchschnittspreise waren um vier Prozentpunkte besser als im Vorjahr. Die Manipulationskosten waren aufgrund der widrigen Witterung sehr deutlich höher als in den Vorjahren. Das späte Winterende in Süddeutschland führte außerdem zu einer um 25 % verkürzten Versand- und Pflanzzeit. Eventuell wäre ein besserer Mengenabsatz bei normaler Länge der Pflanzzeit möglich gewesen. Der Absatz an Abnehmer und für Objekte mit größerem Bäumebedarf wird mehr und mehr von nur wenigen überregional (und international) agierenden Großbetrieben beherrscht. Dieser Trend hält unvermindert an. Die bei größeren Alleebaum-Aufträgen zu erzielenden Preise sind für mittlere und kleinere Anzucht-Betriebe nicht kostendeckend, weshalb diese sich auch auf die Aufträge mit kleinerem Volumen konzentrieren. Ob diese Preise für Großbetriebe selbst bei industrieller Bäumeproduktion noch ausreichend kostendeckend sind, wird mittlerweile von der Branche vermehrt in Frage gestellt.

 

Helmut Selders, Selders Baumschulen GmbH, Haan: Wir sind gut zufrieden, es war eine rege Nachfrage zu verzeichnen. Auch wenn uns der März durch den langen Winter gefehlt hat, konnten wir das im April und Mai wieder aufholen. Es wird häufiger von uns erwartet, dass wir auch „Zusatzartikel“ wie Baumpfähle, Dünger und sonstige Produkte rund um die Vegetationstechnik mitliefern. Wir werden uns darauf einstellen. Schnelle Lieferfähigkeit wird oft zum Vorteil, langfristige Aufträge werden seltener.

 

Johannes und Bernhard von Ehren, Pflanzenhandel Lorenz von Ehren GmbH & Co. KG, Hamburg: Bei Alleebäumen und Hochstämmen können wir eine positive Marktentwicklung feststellen. Leider ist diese positive Volumenzunahme, wie bereits in den Jahren zuvor, mit einer sehr negativen Preisentwicklung gekoppelt. Zudem erfolgten die Abrufe durch den langen und kalten Winter in diesem Frühjahr extrem spät.

 

Axel Huckfeldt und Andreas Blanck, Sievers Baumschulen GmbH, Horst/Holstein: Im Frühjahr setzte eine leichte Verknappung bei einigen Artikeln ein, von denen es die Kunden gewohnt waren, aus dem Vollen schöpfen zu können, zum Beispiel Linden. Dies hat sich zwar noch nicht deutlich im Preis niedergeschlagen, ist aber ein gutes Zeichen für die Produzenten, in Zukunft eventuell wieder zu auskömmlichen Preisen zurückkehren zu können. Die Renner im Frühjahr, wenn auch quantitativ nicht so bedeutend, waren alle Arten von Säulen, zum Beispiel Prunus ‘Amanogawa’, Carpinus betulus ‘Fastigiata’, Quercus robur ‘Fastigiata’. Sie waren nicht nur als Hochstämme, sondern auch als Solitärs und Heister/Sträucher sehr gefragt.

 

Ludwig Wörlein, Wörlein GmbH Pflanzenvertrieb, Dießen am Ammersee: Dieses Jahr war ein Jahr der Streuobstwiesen. Wir haben deshalb starke Zuwächse bei Obstbäumen in Stärken bis etwa 14-16 zu verzeichnen. Eine zweite Tendenz bei einigen Baumarten heißt: Weg von Sorten, hin zu den reinen Arten. Die Saison Herbst 2005/ Frühjahr 2006 hat ausgehend von einer sehr schlechten Marktlage im Vorjahr eine Wende zum Besseren gebracht. Durch den sehr langen und kalten Winter und das kühle Frühjahr war die Frühjahrspflanzzeit sehr lang, und es mussten viele Überstunden gemacht werden. Durch entsprechend vorbereitete Bäume waren wir auf die Situation aber gut vorbereitet. Erfreulicherweise hat sich der Markt für Solitärbäume in Deutschland wieder etwas belebt und der GaLaBau nimmt die Ertragschancen bei den Großgehölzen wieder verstärkt wahr. Viele Pflanzvorhaben wurden auf den Herbst verschoben, deshalb dürften viele GaLaBau-Firmen auf einem Pflanzen-Auftragspolster sitzen.

 

Claus Heuvemann, Boomkwekerij Gebr. van den Berk B.V., Sint Oedenrode/NL: Das Frühjahr war sehr kurz und somit die verbleibende Versandzeit sehr hektisch. Trotzdem wurden viele Pflanzen nachgefragt, zunehmend auch ausgefallene und bislang seltener verwendete Arten und Sorten. Die extremer werdenden klimatischen Bedingungen, zunehmender Befall mit Krankheiten bei den Standardarten und die gestiegene Experimentierfreude lassen Platz für zahlreiche neue Arten und Sorten.

 

Reinhold Maier, Schwäbische Baumschulen Gottlieb Haage, Leipheim: Die Preise sind noch katastrophal niedrig, aber leicht anziehend. Einzelne Arten und Sorten sind am Markt praktisch nicht mehr erhältlich, trotzdem werden sie zu äußersten Preisen angeboten. Weniger Sorten, aber mehr reine Arten und Arten mit Herkunft werden nachgefragt.

 

Heinz Pieper, Heinz Pieper Baumschulen GbR, Horn-Bad Meinberg: Augenblicklich werden im innerstädtischen Bereich zu wenig Hochstämme gepflanzt (aus Geldmangel). Der Absatz im Herbst und Frühjahr bleibt konstant mit 60 % Herbst und 40 % Frühjahr. In der außerstädtischen Begrünung ist der Wettbewerbsdruck meist aufgrund öffentlicher Ausschreibungen nochmals gestiegen. Auch hier gibt es zusätzliche Anbieter aus dem Ausland. Die Inlandsverluste werden durch ein stärkeres Exportgeschäft in den ehemaligen Ostblock etwas ausgeglichen.

 

www.dega.de, 2. August 2006

Downloads: (Hinweis zu PDF-Dokumenten)

Download Die meistverkauften Alleebaumarten- und -sorten (PDF)


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