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Tullio Zenone in Mezzomerico/Italien: Erfolgreich mit alten Bäumen

Zwei Millionen Jahre auf fünf Hektar – dieser Superlativ lässt sich nur mit Fossilien oder Bäumen erreichen. Die Baumschule von Tullio Zenone liefert Olivenbäume in XXL, Granatapfelbäume, Erdbeerbäume und Korkeichen. Das zeigt, dass mit dem Alter die Schönheit nicht vergehen muss.

Tullio Zenone kultiviert in seiner kleinen Baumschule in der norditalienischen Provinz Novara von diesen Methusalems zurzeit ein paar Hundert. Der Betrieb liegt zwischen dem Südzipfel des Lago Maggiore und der Stadt Novara. Die jugendlichsten Bäume hier sind gerade 30 Jahre alt, die meisten davon jedoch bereits 500 bis 600 Jahre. Ihre Ur-Ur-Großeltern stehen auf Zenones Grundstück: Jeder stolze 1 500 Jahre alt.

Hinzu kommen jeweils mehrere Hundert Granatäpfel (Punica granatum) und Erdbeerbäume (Arbutus unedo) im Alter von 60 bis 80 Jahren sowie Korkeichen (Quercus suber) mit 80 bis 150 Jahren und bis zu 8 m Höhe.


Vom Weihnachtsbaum zum Ölbaum
Zenone war ursprünglich ein Weihnachtsbaumproduzent. Plantagen hatte er unter anderem auf Sizilien, von denen er Ware auch in seine norditalienische Heimat verkaufte. Regelmäßig kamen von Sizilien auch eine große Menge Olivenzweige – als traditioneller Weihnachtsschmuck – mit hierher.
Doch der Weihnachtsbaumhandel ist inzwischen ein sehr schwieriges Geschäft geworden. Wer als Wiederverkäufer zu viel geordert hat, kann die Bäume nach dem 24. Dezember nicht mehr zurückgeben oder alle bei sich einpflanzen. Für kleine Händler kann das schnell zum spekulativen Geschäft werden und zu finanziellen Problemen führen. Und was macht der Produzent oder Großhändler dann mit solchen zahlungsschwachen Kunden?  Er versucht, sich in Naturalien bezahlen zu lassen. Zum Beispiel mit Olivenbäumen.

Was macht man aber mit so vielen Olivenbäumen in Norditalien? Aufschulen, akklimatisieren und weiterverkaufen. Natürlich ist daraus nicht zu schließen, dass all die Olivenbäume von Zenone auf diese Weise nach Norditalien gekommen wären. Aber es war vor zehn Jahren der Anfang.
Diese ersten Kulturversuche verliefen auf Dauer erfolgreich. Erste Interessenten stellten sich bald ein – nicht nur Hotels, Restaurants oder Kommunen. Sogar für Privatgärten bestand Nachfrage. Der „nördlichste“ Olivenbaum steht seit mehreren Jahren im Freien im Berner Oberland (Schweiz) auf 800 m Höhe. Die weiteren, inzwischen von Zenone auf die Alpennordseite gelieferten Exemplare, befinden sich in Kübeln und genießen Winterschutz.


Alte Kerle werden gerettet
Die Herkunft von Zenones Bäumen beschränkt sich nicht auf das eigene Land. Auch in Portugal, Spanien, Frankreich oder Griechenland rettet er solch alte Exemplare. Bei Straßenbau oder Flächenneunutzung, meist von Weinbergen oder ähnlichen Nutzflächen, stehen die Ölbäume oftmals im Wege. Ihr ideeller Wert für die regionale Kulturlandschaft und ihre Schutzwürdigkeit werden leider dort sehr selten erkannt und respektiert.

Wegen der Geländestrukturen oder der kleinen Zufahrtswege ist es oft nicht einfach, die tonnenschweren Exemplare mit ihrem umfangreichen Wurzelwerk fachgerecht zu roden und abzutransportieren.


Kultur recht einfach
Das spätere Anwachsen und die Weiterkultur von Olivenbäumen bereiten jedoch keine großen Schwierigkeiten, berichtet Zenone. Der Kulturerfolg ist auch kaum an die Jahreszeit gebunden. Wurzeln und Triebe können problemlos gekappt werden, wenn es fachgerecht geschieht. Umso besser sind dann die Transportmöglichkeiten und die Akklimatisierung in der Baumschule. Bis zum Weiterverkauf geschieht dies über zwei, meist aber drei Jahre.

Zuerst werden die Exemplare auf dem Feld mit hohem Gießring ausgepflanzt. Vor Beginn des dritten Kulturjahrs wird ein Teil der Exemplare in große Baumschulcontainer oder Kübel gepflanzt, um dort ein Jahr einzuwurzeln. Die formschönen und stabilen Holzkübel bestehen aus Zeder- oder afrikanischem Hartholz. Zenone erteilt generell eine Anwuchsgarantie.

Ölbaum-Stammformen, die bei Zenone lieferbar sind: Sylvatica (waldbaumartig), Gabel (2-, 3- oder 4-gabelig), Kugel, Skulptur, Makro-Bonsai (verschiedene Höhen), dachförmige Krone (Stammhöhe 2 m).
Wunschexemplare können von den Käufern direkt ausgewählt und mitgenommen werden. Aber auch die Auswahl über Fotos ist möglich, ebenso eine europaweite Anlieferung mit dem eigenen Lkw.

Wolfgang Orlamünde, Konstanz,

 

www.dega.de, 31. Oktober 2006


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