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Fusion in Leipzig-Hartmannsdorf: Zwei Partner ergänzen sich hervorragend
Die Moorbeetpflanzen GbR und die Firma Hans Müller Gartenbau in Leipzig-Hartmannsdorf fusionieren zum Jahreswechsel. Dadurch ergeben sich Synergien in Logistik und Vermarktung. Um Energiekosten zu senken, wird die Kultur von Azaleen eingestellt und die der Pelargonien reduziert.
Die Fusion der beiden Betriebe zur Moorbeetpflanzen Leipzig – Inh. Hans Müller ist nur konsequent. Beide Unternehmen haben seit zwölf Jahren erfolgreich zusammengearbeitet. Die Moorbeetpflanzen GbR war 1992 aus der ehemaligen Gärtnerischen Produktionsgenossenschaft (GPG) Hartmannsdorf hervorgegangen.
„Bis zur Wende hatten wir 60 % unserer gesamten Erikenproduktion außer in die Bundesrepublik ins westeuropäische Ausland von Schweden bis Italien exportiert“, berichtet der Geschäftsführer, Dipl. Gartenbauingenieur Wolf-Dieter Meyer. Auch innerhalb der DDR waren Eriken gefragt. Insbesondere für Azaleen und Hortensien gab es zwischen Elbe und Oder einen geradezu unersättlichen Markt.
Der Betrieb überstand wirtschaftlich stabil die Wende, zahlreiche ausländische Kunden blieben treu. Deshalb wurde 1991 auf 2 ha Fläche ein Venlo-Gewächshaus gebaut. Mit der Verabschiedung des Landwirtschaftsanpassungsgesetzes wurde über Nacht die Umwandlung in einen Inhaberbetrieb, eine GmbH oder eine e. G. erforderlich. Weil sich nun zahlreiche Genossenschaftsmitglieder verabschiedeten, war eine Privatisierung aus eigener Kraft nicht mehr möglich.
1992 gründeten Wolf-Dieter Meyer und Gartenbauingenieur Friedrich Engelage, der ebenfalls der GPG angehörte und 2003 das Ruhestandsalter erreicht hat, die Moorbeetpflanzen GbR. Diese pachtete von der in Liquidation befindlichen Genossenschaft die Produktionsfläche mit der Option, das Unternehmen so lange weiterbetreiben zu dürfen, bis ein Käufer gefunden ist. Und dies geschah 1994.
Hans Müller sen., Inhaber eines Gartenbaubetriebs in Kornwestheim, erwarb das Grundstück. Die Moorbeetpflanzen GbR pachtete von ihm die Gewächshäuser und das feste Inventar. Von der ehemaligen GPG wurden der Pflanzenbestand und alle beweglichen Gegenstände erworben.
Inzwischen erfolgte die Betriebsübergabe durch Hans Müller sen. an seine Söhne.
Hans Müller übernahm auch den Betrieb in Leipzig. Mit viel Engagement baute er die Bodendeckerproduktion aus, führte neue Produkte ein und sicherte durch Zukäufe und Pachten die notwendigen Flächen für die Produktion. In Leipzig werden seitdem Euonymus in verschiedenen Arten und Sorten, Pachysandra, Rosen und weitere Bodendecker für Kunden, hauptsächlich in Deutschland und Österreich, produziert. Die Moorbeetpflanzen GbR kultivierte und vermarktete weiterhin jährlich 400 000 überwiegend knospenblühende Callunen, circa 400 000 Erica gracilis, 120 000 Erica darleyensis sowie Violen, Pelargonien, Cyclamen und Topfazaleen.
Sortimente ergänzen sich
Nach der Fusion werden alle festen Mitarbeiter beider Betriebe weiterbeschäftigt. Auch bleibt die Produktion von Eriken und Callunen erhalten. In Verwaltung und Logistik sind hingegen Spareffekte möglich. „Wir erwarten für beide Fusionspartner einen Kundenzuwachs und für unsere Kunden eine höhere Attraktivität durch ein breiteres Angebot“, ist Vertriebsmitarbeiter Martin Bahsitta optimistisch.
Die in Leipzig produzierten Artikel werden über die von Hans Müller mit gegründete Helix Pflanzen GmbH vermarktet. Über diese ist dann gerade das Erika- und Callunen-Sortiment auch Friedhofsgärtnern noch besser zugänglich.
Schon in der Vergangenheit hätten sich die Sortimente beider Betriebe hervorragend ergänzt, weiß Meyer zu berichten: „Ein jeder hat bei seinen Stammkunden immer wieder erfolgreich für die Produkte des anderen geworben.“ Dies wird nun durch den gemeinsamen Vertrieb optimiert.
Innovative Produktlösungen
Wie an den anderen Helix-Standorten soll in Leipzig die Produktpalette ausgebaut werden. Die Produktreihe „Bodendecker am laufenden Meter“ hat in den vergangenen Jahren enorm an Bedeutung gewonnen. Daher wird in Leipzig besonders die Produktion der neu entwickelten „Standardmatte“ verstärkt.
Im Garten- und Landschaftsbau bewährt sich dieses System, weil Bepflanzung, Erosionsschutz und Mulchdecke in nur einem Produkt verknüpft sind. Die etwas höheren Kosten werden schnell durch Einsparungen im Pflegeaufwand kompensiert.
Aber auch die bewährte „Klassikmatte“, ein Produkt für die schnelle Begrünung von Flächen, erfährt Zuwachs in Menge und Sortimentsbreite.
Zudem benötigt die „1-2-3-Matte“, die aus der Klassikmatte entwickelt wurde, wegen der gestiegenen Nachfrage nun viel mehr Produktionsfläche als früher. „Dieses Produkt im Format 35 × 15 cm ist bestens geeignet für die schnelle Begrünung von kleinen Flächen und Grabeinfassungen“, erklärt Bahsitta. Die mit Cotoneaster, Euonymus, Vinca und seit diesem Jahr sogar mit Calluna oder Erica darleyensis lieferbaren Miniaturmatten können sogar durch Laien „professionell“ verlegt werden. Für das Frühjahrsgeschäft wird auch Viola cornuta verwendet.
„Wir statten diese Artikel mit attraktiven Verkaufsetiketten aus, sodass sie sowohl in Gartencentern als auch in Endverkaufsbetrieben zum Blickfang werden“, so Bahsitta.
Ebenso werden in Leipzig „Hecken am laufenden Meter“ herangezogen. Durch üppig mit Efeu, Hain- oder Rotbuche bewachsene Rankgitter lassen sich im Nu grüne Sichtblenden herstellen. Weil dieses pfiffige System bei Häuslebauern gut ankommt und im öffentlichen und gewerblichen Bereich immer mehr Zuspruch findet, nimmt der Bedarf rasant zu.
Neu im Sortiment sind 13-cm-Töpfe, die mit einer Illustration von einem erwachsenen Exemplar ihres Inhalts samt Begleitpflanzen und einer Pflegeanleitung bedruckt sind. In diesen Töpfen sind Rosen, Euonymus, Vinca und Potentilla lieferbar. „Diese Art der Gestaltung ist ein wichtiges Marketing- und Verkaufsargument für unsere Kunden. Darüber hinaus werden Klebe- oder Stecketiketten überflüssig“, erklärt Bahsitta.
Reinhard Wylegalla, Leipzig
www.dega.de, 31. Oktober 2006